Mit einer Sperrfrist möchte die Stadt Bottrop verhindern, dass Straßen immer wieder aufgerissen werden. © Archiv
Bauarbeiten

Sperre geplant: Straßen sollen nicht ständig aufgerissen werden

In Bottrop wird über eine neue Vorgabe im Straßenbau entschieden. Eine Sperrfrist soll dafür sorgen, dass Straßen nicht innerhalb kürzester Zeit immer wieder aufgebaggert werden.

Dort werden neue Leitungen verlegt, dort müssen Reparaturen durchgeführt werden, dort Erneuerungen – Straßen, Wege und Plätze in Bottrop werden aus den verschiedensten Gründen aufgerissen. Wann das wo passieren darf, möchte die Stadt jetzt mit einer neuen Vorgabe ändern.

Im Oktober hat der Bau- und Verkehrsausschuss ein umfangreiches Straßen- und Wegekonzept beschlossen. Dort ist genau aufgelistet, welche Maßnahmen in den kommenden fünf Jahren in Bottrop anstehen. Hintergrund ist ein Förderprogramm des Landes NRW, das mit 65 Millionen Euro pro Jahr die Straßenbaubeiträge der Anwohner bei Straßensanierungen der Stadt halbieren soll.

Auch in Kirchhellen stehen viele Bauarbeiten an

Ein Blick in das Konzept zeigt, dass in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche Straßenbaumaßnahmen anstehen – unter anderem auch die Großprojekte Hackfurthstraße und „Zur Grafenmühle“. Neben der eigentlichen Funktion als Straße, nutzen auch viele Versorgungsträger die Straßen als Leitungstrasse. Nach Angaben der Verwaltung haben diese Leitungsnetze eine sehr unterschiedliche Lebensdauer, weshalb „sich die verschiedenen Maßnahmen oft nicht aufeinander abstimmen“ ließen.

Die Abnutzung gut angelegter Straßen durch beispielsweise Verkehr oder das Wetter sei zum Großteil absehbar und damit planbar. Diese Abnutzungsprozesse würden jedoch, so der Fachbereich Tiefbau, durch Straßenaufbrüche beschleunigt. Flickstellen würden Angriffsflächen für Folgeschäden darstellen und seien somit „wesentliche Schwachstellen“. Folgeschäden wiederum bedeuteten eine finanzielle Wertminderung des Anlagevermögens sowie einen höheren Aufwand in der Unterhaltung der Straße.

Stadt Bottrop muss bei Aufbrüchen zustimmen

Wer die Straße aufbrechen möchte, braucht die Zustimmung des Straßenbaulastträgers – bei öffentlichen Straßen ist dies in Bottrop meistens die Stadt. Diese stellt auch die rechtlichen und technischen Bedingungen für den Aufbruch auf, denn dieser stellt eine Sondernutzung der Straße dar.

In der kommenden Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt Bottrop am 15. Dezember (Dienstag) soll nun über eine Aufbruchsperre entschieden werden. Ziel soll laut Tiefbauamt sein, neue Verkehrsflächen möglichst lange zu erhalten. Daher soll nach Neu- oder Umbau beziehungsweise einer Instandsetzung eine Straße erst nach fünf Jahren wieder aufgerissen werden dürfen. Gelten soll das auch für bereits gebaute Straßen.

Versorger sollen eigene Arbeiten mit Stadt abstimmen

Ausnahmen soll es nur bei unvorhersehbaren Arbeiten in begründeten Fällen geben. Zudem sollen Versorgungsträger regelmäßig und frühzeitig über anstehende Maßnahmen informiert werden, damit sie eigene Bauarbeiten vor oder während des geplanten Ausbaus in Abstimmung mit der Stadt durchführen können.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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