Das Brauhaus am Ring ist seit Gründonnerstag Corona-Testzentrum. Bis zu 700 Menschen können dort pro Tag getestet werden. © Manuela Hollstegge
Testzentrum

Stäbchen statt Bier – Brauhaus ist ab jetzt Testzentrum

Das Kirchhellener Brauhaus am Ring hat am Gründonnerstag seinen Betrieb als Corona-Testzentrum aufgenommen. Sieben Tage die Woche können Bürger sich dort testen lassen - aber nur mit Termin.

Wo sonst geschunkelt, gefeiert, getrunken und gegessen wird, warten seit Gründonnerstag (1. April) Menschen in weißen Anzügen darauf, Testwilligen ein Stäbchen in die Nase zu stecken. Im großen Saal des Kirchhellener Brauhauses am Ring wurde innerhalb weniger Tage ein Corona-Testzentrum eingerichtet. Bis zu 700 Menschen können dort pro Tag getestet werden.

„Die Überlegung, ein solches Testzentrum in Kirchhellen einzurichten, gab es schon länger. Aber jetzt ging es plötzlich ganz schnell. Vor vier Tagen haben wir uns vor Ort getroffen, heute um 9.30 Uhr ging es los mit dem Testen“, freute sich Kirchhellens Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder. Nie hätte er sich träumen lassen, dass das Brauhaus mal Testzentrum in einer Pandemie wird. „Aber vielleicht hilft uns dieses Zentrum ja dabei, dass wir irgendwann hier wieder Schnitzel und Pommes essen können.“

Schnieder hatte das Brauhaus am Ring als Testzentrum ins Gespräch gebracht und ließ sich am Donnerstag auch als erster testen. „Tut nicht weh – kann ich jedem nur empfehlen“, lautete im Anschluss sein Fazit. Betrieben wird das Testzentrum von der Unternehmensgruppe MedCo aus Ratingen, in der sich seit der Corona-Pandemie Ärzte, ITler und Menschen, die mit medizinischen Artikel handeln, zusammengeschlossen haben.

Die Stadt hatte die MedCo für Kirchhellen ins Boot geholt. „Gefühlt eröffnen wir aktuell jeden Tag ein neues Testzentrum“, sagt Geschäftsführer Selcuk Ates. Neun seien schon gestartet, zehn weitere in der Planung. Aktuell stehen vier Test-Kabinen im großen Brauhaus-Saal. Wenn die Nachfrage hoch ist, könnte MedCo bis zu vier weitere aufstellen und auch das Personal aufstocken.

Schnelltests im Brauhaus am Ring in Kirchhellen.
An dieser Stelle werden die Testwilligen im Brauhaus in Empfang genommen. © Manuela Hollstegge © Manuela Hollstegge

Geöffnet hat das Testzentrum im Brauhaus sieben Tage die Woche (auch über Ostern) von 9.30 bis 18 Uhr. Wer sich dort testen lassen möchte, braucht einen Termin. Dieser kann im Internet gebucht werden unter www.medco-testzentrum.de. Dort kann man dann den Standort Kirchhellen auswählen, sich Tag und Uhrzeit aussuchen und muss dann seine persönlichen Daten inklusive Ausweisnummer eingeben.

Im Anschluss erhält man eine Terminbestätigung mit QR-Code per Mail. Diese muss man jedoch nicht zwingend zum Termin mitbringen – es reicht der Ausweis. Nur, wer überhaupt nicht mit der Anmeldung im Internet klar kommt, soll sich telefonisch um einen Termin bemühen (0211 74072419).

Ablauf im Testzentrum im Brauhaus am Ring in Kirchhellen.
Wer sich im Brauhaus testen lassen will, muss sich vorher über das Internet anmelden und unbedingt ein Ausweisdokument mitbringen. © Manuela Hollstegge © Manuela Hollstegge

Stadtkämmerer Jochen Brunnhofer freut sich über das neue Zentrum. „Wir wollen damit die Apotheken und Ärzte vor Ort, die bislang hier Tests angeboten haben, unterstützen und entlasten“, sagt er. Und auch Brauhaus-Betreiber Perica Prgomet ist zufrieden: „Wir können hier gerade eh nichts anderes machen. Es kommt auch uns zugute – wir bleiben im Gespräch und wenn wir wieder für Gäste mit negativem Test öffnen dürfen, ist das Testzentrum gleich nebenan.“

Schon kurz nach dem Start des Testzentrums am Donnerstag um 9.30 Uhr bildete sich eine kleine Schlange. Wer mit gebuchtem Termin zum Seiteneingang des Brauhauses kommt, legt am Empfang seinen Ausweis vor und bekommt eine Karte mit einem QR-Code. Den zeigt er in der Test-Kabine vor, wird dort mit einem Nasen-Abstrich getestet, verlässt den Saal und kann nach 15 Minuten sein Ergebnis per QR-Code (und nach der Eingabe des Geburtsdatums) auf dem Handy ablesen. Nach 24 Stunden verliert der Test seine Gültigkeit und ist dann auch nicht mehr abrufbar. Wer kein Handy hat, kann vor der Tür warten und später dann das Ergebnis ausgedruckt mitnehmen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
Zur Autorenseite
Manuela Hollstegge

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.