"Tinnitus ist ein Symptom, keine Krankheit"

Spezialist in Kirchhellen

Dass Stress Ohrgeräusche verursachen kann, ist weit verbreitet. Dabei ist Stress nur eine von vielen Ursachen, die zu einem Tinnitus führen können. Probleme mit der Halswirbelsäule, Schwerhörigkeit sowie die Einnahme bestimmter Medikamente können ebenso für die Entstehung des Pfeifens, Klingelns oder Rauschens verantwortlich sein. Dr. med. Martin Spies hat sich in Kirchhellen auf die Behandlung von Tinnituspatienten spezialisiert.

Kirchhellen

, 26.04.2016, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dr. med. Martin Spies ist Experte auf dem Gebiet der Tinnitusbehandlung.

Dr. med. Martin Spies ist Experte auf dem Gebiet der Tinnitusbehandlung.

„Tinnitus ist ein Volkssymptom“, sagt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der seine Praxis „Das Kopfwerk“ an der Hauptstraße 28 hat. Vier bis acht Millionen Bürger leiden in Deutschland unter Ohrgeräuschen. Zwei bis vier Prozent empfinden diese als so belastend, dass sie sie im Alltag einschränken. „Die Spannbreite ist sehr groß. Es gibt Patienten, die die Geräusche zwar wahrnehmen, mehr aber auch nicht. Und es gibt solche, die Selbstmordgedanken aufgrund der Symptome haben “, erklärt Spies. Viele Patienten entwickelten eine starke Lärmempfindlichkeit. Das habe oft Isolation zur Folge. Auch die Fokussierung des Patienten auf seine Ohrgeräusche sei ein Problem „Der Erkrankte bindet sich an sein Ohrgeräusch und somit erhält der Tinnitus, der eine Art Fehler im Gehirn ist, die falsche Aufmerksamkeit“, erklärt Martin Spies. Daher rät er, bei Ohrgeräuschen, die länger als 24 Stunden andauern, sofort einen Arzt aufzusuchen.

Angstbesetzter Begriff

Immer sei der Begriff Tinnitus (Fachbegriff für Ohrgeräusche) jedoch angstbesetzt. Die Angst, dass man von nun an mit diesem Geräusch, das nur der Erkrankte hören kann und das nicht messbar ist, leben muss und nichts dagegen tun kann, sei groß, so der HNO-Arzt.

2000 hat er seine Praxis in Kirchhellen an der Burgstraße eröffnet, 2009 folgte der Umzug an die Hauptstraße. Dort gründete der gebürtige Recklinghäuser das Gesundheitszentrum „Das Kopfwerk“. „Tinnitus ist ein Symptom und keine Krankheit. Vorbeugen kann man eigentlich nicht. Das zu hören ist oft wichtig für den Patienten. Die Gründe für die Ohrgeräusche sind vielseitig, deshalb ist auch jede Behandlung individuell“, sagt Martin Spies.

Verschiedene Ursachen

Zunächst müsse man zwischen akuten und chronischen Ohrgeräuschen unterscheiden. Bei akuten Beschwerden hat sich die Behandlung mit Cortison (als Infusion oder ins Mittelohr verabreicht) bewährt. Bei Ohrgeräuschen, die länger als drei Monate bestehen, begibt sich Martin Spies auf eine aufwendigere Ursachensuche.

„Was dabei sehr hilft, sind strukturierte Fragebögen, die die Patienten vor der Sprechstunde ausfüllen“, erklärt der Mediziner. Eine Patentlösung gibt es aber nicht. Wird der Tinnitus durch Probleme im oberen Halswirbelsäulenbereich hervorgerufen, kann eine osteopathische Behandlung helfen.

Hörtherapie, Sport, Entspannung

Sind bestimmte Medikamente (z.B. Betablocker) ursächlich für die Ohrgeräusche, hält Spies Rücksprache mit dem Hausarzt des Patienten. Bei psychischen Problemen können eine Therapie oder aber auch Entspannungsübungen und Sport helfen. Auch eine nicht diagnostizierte oder unzureichend behandelte Schwerhörigkeit kann zu einem Tinnitus führen. Hier arbeitet Spies eng mit Hörakustikern zusammen. „Langfristig gute Erfolge erzielt haben wir mit Hörtherapien. Dazu braucht der Patient allerdings Geduld und muss auch zu Hause trainieren“, erklärt der HNO-Arzt. 

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