TSG und Corona: Drei Liter Desinfektionsmittel für 2000 Sportler

mlzSport

Die TSG Kirchhellen hadert mit den Corona-Schutzmaßnahmen und hat nun eine klare Entscheidung getroffen, die für alle Abteilungen des Vereins gilt.

Kirchhellen

, 24.05.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit März hat die TSG Kirchhellen ihren Betrieb in allen Abteilungen eingestellt. Nun soll Ende des Monats der Sportbetrieb starten. Doch bis dahin müssen noch viele Fragen geklärt werden.

Unklare, teils sogar widersprüchliche Vorgaben sorgen zurzeit bei der TSG (Turn- und Sportgemeinschaft Kirchhellen) für Kopfzerbrechen. Bei der Umsetzung eines Hygienekonzepts fühlt sich der Verein allein gelassen. „Wir arbeiten daran, dass wir zum 31. Mai wieder den Betrieb aufnehmen können. Doch die Vorgaben hierfür sind nicht sehr hilfreich“, kritisiert TSG-Geschäftsführer Bernd Weyrath.

Maßnahmen sind schwer umsetzbar

Der Landessportbund Nordrhein-Westfalen, Verbände und auch die Sportbetriebe der Städte geben bekannt, unter welchen Bedingungen einige Sportarten betrieben werden können. Diese Bedingungen seien so vielfältig und in manchen Punkten auch widersprüchlich. Sie seien unter den Bedingungen der Corona-Schutzverordnung, die am 11. Mai (Montag) herausgegeben wurde, nur sehr schwer umsetzbar.

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Beispiel Tennis: Hierbei könnte zwar der Mindestabstand gewahrt werden. Aber: „Laut Vorgaben dürfte jeder nur einen Ball haben. Man dürfte ja noch nicht mal den gegnerischen Ball berühren, weil eine Infektionsgefahr bestehen würde. Wie soll das funktionieren?“, fragt Bernd Weyrath. Hinzu kommt das Problem, dass man momentan nur schwer an Desinfektionsmittel kommt. „Wir haben nur eine drei Liter Flasche bekommen. Für 2000 Mitglieder“, so der TSG-Geschäftsführer.

Training wird bis Ende des Monats ausgesetzt

Momentan wird die TSG Kirchhellen von den Mitgliedern mit vielen Fragen bombardiert, wann es weiter geht. Manch eine Abteilung könnte wahrscheinlich schon wieder starten, andere noch nicht. Der Kirchhellener Verein hat sich nun aber entschlossen, vorerst sämtliches Training noch bis Ende des Monats auszusetzen. Die Mitglieder zeigen sich dennoch solidarisch mit ihrem Verein. „Der größte Teil hat Verständnis und hat auch während der Schließung weiter Beiträge gezahlt“, so Bernd Weyrath.

Ab dem 31. Mai sollen die Einschränkungen rund um den Sport weiter gelockert werden und soll auch Sport in Hallen wieder möglich sein – aber auch hier sind noch viele Fragen offen. Müssen die Umkleiden und Duschen weiterhin gesperrt bleiben? Wie viele Mitglieder dürfen maximal kommen? Die jeweiligen Abteilungsleiter machen sich Gedanken. „Aber wir haben Angst, dass unsere Umsetzungen nicht reichen oder die Regierung alles wieder zurückfahren wird. Die Zukunft ist sehr nebelig“, sagt Bernd Weyrath.

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