Am Alten Postweg in Kirchhellen steht alles unter Wasser. Im Hintergrund zu erkennen: Anwohner müssen sogar Sandsäcke auslegen, um Einfahrten freizuhalten. © privat
Überschwemmung

Überschwemmung im Dorf: „Teilweise von Infrastruktur abgeschnitten“

Die letzte Überschwemmung ist kaum 14 Tage her, da steht der Alte Postweg auf Höhe An der Harre erneut unter Wasser. Anwohner ärgert der wiederkehrende „See“ in diesem Gebiet seit Jahren.

Die Wassermassen sind nicht neu, und die Anwohner Kummer gewohnt: „Schon mehrere Jahre begleitet uns diese Problematik“, klagt Stephan Konkel, Anwohner des Alten Postwegs in Kirchhellen. „Es ist teilweise so schlimm, dass wir von der Infrastruktur abgeschnitten sind. Man kommt nicht weg, muss woanders parken, Post und Zeitung erreichen uns nicht. Es ist immer wieder das gleiche.“

So auch an diesem Mittwoch (14.7.): Bis zu 40 Zentimeter hoch stand das Wasser. Und auch, wenn die Straßenseite, an der Stephan Konkel wohnt, weitgehend von vollgelaufenen Kellerräumen verschont bleibt, geht es nicht allen Nachbarn so.

Anwohner halten Einfahrt mit Sandsäcken frei

„Die Anwohner des gegenüberliegenden Hauses müssen schon Sandsäcke auslegen, um die Einfahrt freizuhalten. Besonders ärgerlich ist, wenn Autofahrer dennoch versuchen, mit 70 km/h über die Straße zu fahren, die Grundstücke fluten, um am Ende doch liegenzubleiben“, so Konkel. Das Wasser komme vom oberen Ende des Postwegs und fließe herunter. Es gebe nur die Möglichkeit, dass das Wasser nach starkem Niederschlag versickert, eine richtige Kanalisation sei nicht vorhanden.

„Dadurch, dass um uns herum die Felder höchstwahrscheinlich stark verdichtet wurden, funktioniert das Versickern allerdings auch viel zu langsam“, vermutet Stephan Konkel. Hinzu komme, dass es nach einer ziemlichen Dürrephase umso schwieriger werde. „Der tiefste Punkt ist am Hof von Bernd Benien, der beim letzten Mal vor nicht einmal zwei Wochen auch sehr starke Probleme hatte.“

Das Problem sei bekannt, erklärt Stephan Konkel. Man habe auch bereits mit den Zuständigen von Straßen.NRW und der Bezirksregierung zusammengesessen – allerdings bisher ergebnislos. „Straßen.NRW war zwischenzeitig mal da und hat Rohre durchgespült, hatten wir dann mal für ein halbes Jahr keinen starken Niederschlag, ruht der See wieder. Im wahrsten Sinne des Wortes“, so Konkel.

Straßen.NRW hat Straße trockengelegt und will Ursache suchen

Auf Nachfrage der Redaktion erklärt Straßen.NRW: „Mitarbeiter des Betriebes sind bereits vor Ort gewesen, um die Straße wieder trockenzulegen. Sobald sich die Wetterlage wieder beruhigt hat, geht es darum, Ursachenforschung zu betreiben und eine langfristige Lösung für das Problem zu finden.“

Wie lange das dauern wird und was genau gemacht wird, könne man allerdings noch nicht sagen. Die betroffenen Anwohner hoffen, dass auf die Worte auch Taten folgen, damit die jahrelangen Strapazen bald ein Ende haben.

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