Vater und Sohn brauen ab nächstes Jahr das erste Kirchhellener Bier

mlzKirchhellener Waldbräu

Noch ist viel zu tun im ehemaligen Wildzerlegebetrieb am Holzhof Maaßen. Bis Ostern soll hier das erste Kirchhellener Bier abgefüllt werden. Das Projekt hat einen familiären Hintergrund.

Kirchhellen

, 22.12.2019, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Wir wollen dem Dorf die Bierseele zurückgeben“, erzählt Reinhard Wienemann zwischen den Brautanks stehend, in denen schon bald der erste Sud zubereitet werden soll. „Kirchhellener Waldbräu“, so soll der Name der neuen Brauerei sein, die zurzeit auf 135 Quadratmetern auf dem Gelände des Holzhofs Maaßen entsteht.

Verschiedene Sorten denkbar

Ein helles und ein dunkles Bier wird es geben. „Wir überlegen aber auch verschiedene Sorten wie Maibock, Honigbier oder ein Frauenbier zu brauen“, so Reinhard Wienemann. Die Räumlichkeiten bieten Kapazitäten, um bis zu 8.000 Liter im Monat abzufüllen.

Der Kirchhellener Reinhard Wienemann ist eigentlich selbstständiger Bauinstallateur und zeitlich gut ausgelastet. Doch nun steckt er nochmal all seine Energie in dieses neue Projekt – seinem Sohn Nico zuliebe. Der 29-Jährige ist schwerhörig und autistisch veranlagt. Acht Jahre lang hat er in einer Brauerei gearbeitet. Doch zukünftig kann er dort nicht weiter beschäftigt werden.

Ein sicherer Arbeitsplatz für den Sohn

„Wir haben schon länger mit den Gedanken gespielt, eine eigene Brauerei zu eröffnen. Dieses Jahr wurde es dann konkret“, erzählt Reinhard Wienemann. Der Vater weiß, wie schwer es ist, im Brauereigewerbe eine sichere Anstellung zu finden – gerade für jemanden mit einer Behinderung. Darum sei es das Ziel, mit der eigenen Brauerei in Kirchhellen langfristig Arbeit für den Sohn zu sichern.

Bei der Umsetzung bekommen Vater und Sohn Unterstützung von der Familie sowie von der Brauerei, in der Nico gearbeitet hat. „Zeit ist momentan das größte Problem“, berichtet Reinhard Wienemann, der als Bauinstallateur ein volles Auftragsbuch hat.

Bis Ostern soll alles fertig sein

Seit September sind sie dabei, die Räume des ehemaligen Wildzerlegebetrieb an der Hackfurthstraße herzurichten. Durch einen Kontakt konnten sie eine Brauanlage kaufen, die innerhalb von drei Tagen abgebaut, transportiert und in Kirchhellen aufgebaut wurde. Bis Ostern soll alles soweit fertig sein, dass das erste Bier abgefüllt werden kann. Dieses soll dann regional verkauft werden.

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