Das Feuer hat Haus und Wohnungseinrichtung massiv beschädigt - die Familie konnte dort nicht bleiben. © privat
Polizei ermittelt

Verheerendes Feuer vernichtet Heim – Hilfe überwältigt Familie

Die Brandursache steht fest. Das ändert aber nichts daran, dass eine Pflegefamilie aus Feldhausen nach einem verheerenden Feuer in ihrem Heim obdachlos geworden ist. Hilfe ist aber nah.

Am Dienstag stand das Telefon bei Hildegard Overfeld nicht still: „Es ist überwältigend, wie viele Menschen ihre Hilfe angeboten haben und Kleider und Spielzeug für unsere Pflegefamilie und deren Kinder spenden möchten“, sagt die Leiterin des Perspektive-Hauses in Dorsten.

Feuerschein und Qualm waren in der Brandnacht weithin sichtbar. © privat © privat

Das ist zurzeit die erste Kontaktadresse für eine obdachlos gewordene Feldhausener Familie. Drei Erwachsene, drei Kinder im Alter von anderthalb bis zweieinhalb Jahren sowie drei Hunde sind über Nacht wohnungslos geworden, nachdem ihr Heim und die Einrichtung in Flammen aufgegangen war.

Schwierige Herbergssuche kurz vor Weihnachten

Nun sucht die Großfamilie kurz vor Weihnachten ein neues Zuhause – zwar nur vorübergehend, aber doch für eine gewisse Zeit, bis das eigene Haus wieder bezugsfertig ist.

„Wir haben erste Angebote bekommen und schauen uns die Unterkünfte auch an“, verspricht Hildegard Overfeld. So gebe es eine Offerte aus Erle, eine weitere aus Heiden, eine aus Kirchhellen.

Anbieter werden persönlich kontaktiert

Sie sichert zu, dass alle Anbieter, vor allem jene, die freundlicherweise Kleidung und Sachspenden zur Verfügung stellen wollen, persönlich kontaktiert werden. „Wir können momentan aber einfach noch nichts annehmen, weil alles ja irgendwo gelagert werden muss“, erklärt Hildegard Overfeld.

Zurzeit ist die Familie eng bei einer Angehörigen mit einem eigenen Kind zusammengerückt. Auf Dauer sei das aber keine Lösung, wissen alle Beteiligten. Sie hoffen das Beste, dass sich trotz der Feiertage und auch mit allen Handicaps, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, doch noch eine Möglichkeit für ein Ersatz-Zuhause bietet.

Brandermittler gehen von fahrlässiger Brandstiftung aus

Die Brandermittler der Polizei sind dem Feuer in dem Einfamilienhaus an der Von-Gahlen-Straße auf den Grund gegangen. Entgegen erster Annahmen, dass es sich womöglich um einen Brandanschlag mit einem Molotow-Cocktail gehandelt haben könnte, sind die Gutachter zu dem Schluss gekommen: „Es hat sich nicht um vorsätzliche Brandstiftung gehandelt“, sagt Polizeisprecherin Ramona Hörst am Dienstag auf Anfrage. Vielmehr sei es fahrlässige Brandstiftung gewesen.

Feuer griff vom Balkon aus auf die Wohnung über

Das Feuer hatte vom Balkon in der ersten Etage des Hauses auf die Wohnung im Obergeschoss übergegriffen und dort das gesamte Inventar vernichtet. Wegen der Löscharbeiten ist auch die Parterre-Wohnung in erhebliche Mitleidenschaft gezogen worden und ebenfalls vorübergehend unbewohnbar geworden.

Die Familie hatte sich in der Brandnacht glücklicherweise unverletzt ins Freie retten können.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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