Nicht nur Pastor Klein-Schmeink wird Grafenwald verlassen, auch Schwester Maria Monika Trepmann verabschiedet sich. Mit ihr endet die Zeit des Schwesternkonvents in Grafenwald.

Grafenwald

, 23.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es war eine gemeinsame Entscheidung von Orden und Schwester Maria Monika Trepmann - und doch hat die 78-Jährige Tränen in den Augen, als sie von ihrem baldigen Abschied aus Grafenwald erzählt. 13 Jahre hat sie im Schwesternkonvent im Pfarrheim Heilige Familie gewohnt, 13 Jahre als Seelsorgerin in der Gemeinde und im Seniorenheim St. Johannes in Kirchhellen gearbeitet.

Schwester Maria Monika vermisst jetzt schon ihre „Wöller“

Sie brachte die Kommunion zu den Kranken der Gemeinde und betreute einmal in die Woche die „Kirchenkratzer“, die ehrenamtlich das Kirchengelände pflegen. „Die Menschen in Grafenwald werden mehr sehr fehlen. Sie sind sehr großzügig, bringen mir mein Mittagessen oder fahren mich zu Terminen, obwohl ich noch selber fahren kann. Aktuell habe ich auch viele fleißige Hände, die mir beim Umzug helfen“, erzählt Schwester Trepmann.

Am 18. August (Sonntag) wird sie um 9.30 Uhr im Rahmen der Messfeier in der Kirche Heilige Familie in Grafenwald verabschiedet. Ihr Weg führt sie dann in das Bergkloster ihres Ordens - der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel - in Bestwig. Dort wird sie mit rund 80 Ordensschwestern in Hausgemeinschaften leben. Ihr Weggang bedeutet auch das Ende des Schwesternkonvents im Pfarrheim der Heiligen Familie. „Es fehlt einfach der Nachwuchs“, sagt die 78-Jährige.

Seit 14 Jahren leben Ordensschwestern in Grafenwald

14 Jahre war Grafenwald eine feste Station der Ordensschwestern. Den Anfang hatte Schwester Martina gemacht. Sie hatte zunächst an der Maystraße gewohnt und war dann in die Wohnung im Pfarrheim am Prozessionsweg umgezogen. „Sie wollte damals nicht alleine sein, daher kamen Schwester Reginaldis und ich vor 13 Jahren gemeinsam nach Grafenwald“, erinnert sich die Seelsorgerin. Rund fünf Jahre begleitete sie auch Schwester Edmunda, bevor sie im Oktober 2017 verabschiedet wurde.

Als Schwester Trepmann vor 13 Jahren nach Grafenwald kam, brauchte sie ein bisschen Zeit, um ihre Aufgabe in der Gemeinde zu finden. „Dann habe ich die Seelsorge als meine Berufung gefunden“, sagt sie. Besonders im Seniorenheim St. Johannes war sie sehr aktiv. Am Anfang habe sie dort als sogenannte „Alltagsbegleiterin“ begonnen, wie die Schwester erzählt. „Ich musste gemeinsam mit den Bewohnern kochen, dabei konnte ich gar nicht kochen, ich wusste nur, was gut schmeckt“, erinnert sie sich und schmunzelt.

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Zum Orden der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel selbst kam sie vergleichsweise spät - erst mit 25 Jahren. „Eigentlich wollte ich immer heiraten und ganz viele Kinder haben“, sagt die 78-Jährige, die acht Geschwister hat. Doch dann begann sie als Betreuerin in einer Lungenheilstätte zu arbeiten, in der viele Ordensschwestern beschäftigt waren. Die Arbeit und das Miteinander gefielen Schwester Trepmann so gut, dass sie 1965 in den Orden eintrat. „Das habe ich nie bereut“, sagt sie.

Noch ein Verlust für Grafenwald - auch Schwester Maria Monika verabschiedet sich

Die Ordensschwester mischte auch beim ARG-Karneval im Pfarrheim kräftig mit. © Hollstegge

Direkt nach ihrem Noviziat 1967/68 trat sie eine verantwortungsvolle Tätigkeit an: 15 Jahre leitete sie ein Mädchen-Kloster und übernahm die Verantwortung für 15 junge Frauen. Insgesamt drei Jahre verbrachte sie auch in München, ein Jahr für eine Fortbildung, zwei weitere Jahre half sie in einem Haus, in dem junge Schwestern theologische Bildung erhielten. Bevor sie nach Grafenwald kam, arbeitete sie 17 Jahre lang in einer Ferienstätte des Ordens im Sauerland mit 230 Betten.

Pastor Klein-Schmeink wird Schwester Trepmann verabschieden

Der Abschied nun fällt der Ordensschwester sehr schwer. „Aber die Wohnung hier ist einfach zu groß nur für mich alleine und die anderen Schwestern sorgen sich, dass ich zu viel alleine bin“, sagt sie. Ihr Weggang ist nicht der einzige, der das Gemeindeleben verändern wird, denn auch Pastor Klein-Schmeink wird die Gemeinde zum 1. September verlassen. Zuvor wird er Schwester Trepmann, die er vor 13 Jahren in Grafenwald eingeführt hat, aber noch gebührend am 18. August verabschieden.

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