927 Unterschriften gegen die Neubaupläne der Stadt Bottrop hatte die Bürgerinitiative „Natürlich Grafenwald“ im März an Oberbürgermeister Bernd Tischler übergeben. Jetzt beraten die politischen Gremien über den Antrag. © privat
Baugebiet

Verwaltung hält an Bauplänen für Grafenwald fest

Die Bürgerinitiative Grafenwald kämpft seit fast einem Jahr gegen Pläne, im östlichen Grafenwald Wohnbebauung zu erlauben. Die Verwaltung möchte sich alle Optionen offen halten.

Oberbürgermeister, Bezirksbürgermeister, die Mitglieder der Kirchhellener Bezirksvertretung – sie alle werden in den kommenden Tagen Post von der Bürgerinitiative „Natürlich Grafenwald“ bekommen. Denn die kämpft seit August des vergangenen Jahres gegen Wohnbaupläne in Grafenwald. Die Verwaltung möchte ihren Forderungen jedoch nicht nachkommen.

927 Unterschriften hatte die Grafenwälder Bürgerinitiative gesammelt und Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler übergeben. Gefordert wird, dass das Vorhaben, im Osten Grafenwalds Wohnbebauung zu ermöglichen, gestoppt wird. Stattdessen sollen die ehemaligen Bergbauflächen für eine Bebauung genutzt werden.

Durch die Übergabe der Unterschriften hat die Bürgerinitiative erreicht, dass ihr Anliegen Thema in den politischen Gremien – genauer gesagt in Bezirksvertretung, Ausschuss für Städteplanung und Umweltschutz, Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss – wird. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, planen die Initiatoren, an die zuständigen Politiker Mails zu schicken.

Ein Blick in die Beschlussvorlage der Verwaltung zeigt allerdings, dass diese vorschlägt, den Forderungen der Bürgerinitiative nicht zu folgen. Konkret hatte diese angeregt, den Flächentausch Vossundern zurückzunehmen und stattdessen die Bergbauflächen für Wohnbebauung zu bevorzugen. Ursprünglich war bereits 2005 eine Wohnbebauung im Bereich Vossundern geplant worden, im Laufe der Zeit sorgten jedoch Probleme mit der Entwässerung dafür, dass die Pläne verworfen wurden.

Flächentausch würde Bebauung in Grafenwald möglich machen

Als Alternativ-Standorte für Neubaugebiete schlug die Stadt die Flächen nördlich des Ortsteils, östlich und westlich der Straße Heimersfeld, vor. Die Verwaltung schlug daher einen Flächentausch auf der Ebene des Regionalplans vor – diese Flächen sollten Bauflächen werden, die im Süden Freiraum. Diesem Vorschlag ist der Stadtplanungsausschuss im März 2019 gefolgt.

Wenn die Regionalplanungsbehörde mitmacht, hätte die Stadt Bottrop freie Hand, um in diesem Bereich Wohnbebauung zu ermöglichen. Im Beschlussvorschlag heißt es dazu: „Ob von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, obliegt den späteren Entscheidungen der politischen Gremien.“ Die Verwaltung rät jedoch dringend dazu, sich diese Option offen zu halten. Ein Rückzieher würde den planerischen Handlungsspielraum unnötig einschränken. Ähnlich hatte sich bislang auch Kirchhellens Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder geäußert.

Gleichwohl hält die Verwaltung es für sinnvoll, auch einen Blick auf die von der Bürgerinitiative vorgeschlagenen Bergbauflächen an Schacht 9 zu werfen und diese „in die weitere politische Entscheidungsfindung einzubeziehen“. Die Prüfung ist laut Stadtplanungsamt bereits in Bearbeitung.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge
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