Videos aus Grafenwald machen Lehrern und Schüler Appetit aufs Tanzen

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Mit Videos wollen zwei Pädagoginnen ihre Kollegen dazu bewegen, dem Tanzen in der Schule mehr Raum zu verschaffen. Mit „Hofpause? Zuhause!“ haben sie bereits gezeigt, was digital geht.

Grafenwald

, 08.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Sportlehrerin und die Schulsozialarbeiterin die Leidenschaft für Bewegung und Videos teilen, können daraus außergewöhnliche Pausen werden. In Grafenwald hat Corona die „Hofpause? Zuhause!“ hervorgebracht, mit der Sportlehrerin Ute Walter und Schulsozialarbeiterin Britta Vollnhals unter Kindern und Eltern, aber auch unter Kollegen aus nah und fern viele Fans gewonnen haben.

Die Meldungen über Langeweile und Bewegungsarmut von Kindern im Corona-Lockdown hat bei den beiden Pädagoginnen die Video-Idee entstehen lassen. Statt zur Pause auf dem Schulhof der Grundschule luden sie zur Hofpause daheim ein. In zehn Videos haben sie Kindern und Erwachsenen Anregungen gegeben für Bewegungs- und Konzentrationsspiele, mit und ohne Partner.

Die Übungen funktionieren auch auf engem Raum

Hauptdarstellerinnen sind die beiden Kolleginnen selbst, die ihren Nachahmern auch gleich Tipps für die konkrete Umsetzung zu Hause oder im Garten mit auf den Weg geben. Dabei haben sie darauf geachtet, dass die Übungen nicht nur in großen Turnhallen oder geräumigen Klassenzimmern funktionieren, sondern auch in Kinderzimmern und Wohnungsfluren.

Auf der Homepage der Schule und des benachbarten Jugendzentrums Freiraums, in den schulischen WhatsApp-Gruppen sowie den eigenen Facebook- und Instagram-Accounts haben die Pädagoginnen ihre zehnteilige Video-Serie beworben und damit bis zu 1700 Zugriffe auf einzelne Folgen erzielt.

Ute Walter: „Darunter waren auch viele Lehrerinnen und Lehrer, die ebenfalls auf der Suche nach Anregungen für ihre Schüler waren.“ Die aus der Corona-Not geborene Digitalisierung schulischer Angebote hat offenbar einen Markt für solche Angebote geschaffen.

Ob die Leidenschaft für den Tanz ansteckend ist?

Das wollen Walter und Vollnhals jetzt nutzen. In der Hoffnung, dass es nach den Ferien wieder analoge Hofpausen gibt, widmen sie sich ihrer tänzerischen Leidenschaft und wollen damit Lehrern helfen, dem Tanz als Bestandteil des Lehrplans zu mehr Geltung zu verhelfen. So viel ist sicher: Bei den Kindern wird das gut ankommen, die lieben nämlich das Tanzen. Viele Lehrerinnen und Lehrer hätten da noch Berührungsängste, glaubt Ute Walter.

Die wollen sie ihnen nehmen und haben damit auch schon angefangen. Einen einfachen Tanz zur Einschulung haben sie bereits in Netz gestellt, eine ausgezählte und aufgeschriebene Choreographie inklusive.

„Tanz mit Britta und Ute“ heißt die neue Serie, für die schon bald ein weiteres Video auf einem Fußballplatz gedreht werden soll. Denn schließlich gilt es nicht nur, die Lehrer fürs Tanzen zu gewinnen. Auch der eine oder andere Junge muss noch überzeugt werden. Da kann ein Ball manchmal wahre Wunder wirken.

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