Viel Lob für den Handel in Kirchhellen - das Dorf hat nur wenige Schwächen

Einzelhandelskonzept

Die Bewertung des Einzelhandels im Dorf durch einen Gutachter war Thema in der Bezirksvertretung am Dienstag. Nur an wenigen Punkten gibt es Nachholbedarf.

Kirchhellen

, 04.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viel Lob für den Handel in Kirchhellen - das Dorf hat nur wenige Schwächen

Eine Erweiterung der Außengastronomie rund um den Johann-Breuker-Platz empfehlen die Gutachter. © Archiv

Wenn es um den Handel geht, hat das Dorf im städteweiten Vergleich eine Vorbildfunktion. Zu dem Ergebnis kam eine Studie der Beratungsgesellschaft „Markt und Standort" für die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts. Als Gesamtbewertung heißt es: „Die Entwicklung des Einzelhandels ist im Nebenzentrum durchaus positiv verlaufen. Insofern ist dieser Versorgungsstandort im Vergleich zur Innenstadt und auch zu den anderen Nebenzentren auf einem günstigen Entwicklungspfad.“

Hohe Geschäftsdichte im Dorf

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder zeigte sich über diese Einschätzung in der Bezirksvertretersitzung am Dienstag erfreut: „Wir sind froh, dass Kirchhellen ein so gutes Bild abgibt und das auch so bewertet wird." Besonders die Geschäftsdichte im Dorf lobten die Handelsgutachter. Lediglich zehn Ladenlokale stehen derzeit leer, es gibt 61 Einzelhändler. „Es sind bekannte und attraktive Filialisten ebenso vertreten wie leistungsfähige Fachhandelsbetriebe"

Viele der Geschäfte im Ortskern werden im Gutachten als sogenannte „Magnetbetriebe" bezeichnet. Diese zögen besonders viele Leute ins Dorf und hielten sie zum Einkaufen dort an. Kirchhellen kann eine Vielzahl dieser Betriebe aufweisen. So zählen die Gutachter Aldi, Rewe, Rossmann, Kik, Kodi, Spickermann, Timmerhaus, Pieper und „Life & Style" dazu.

Verkaufsfläche um 15 Prozent angewachsen

Punkten kann Kirchhellen auch bei der Verkaufsfläche. Um rund 15 Prozent ist diese seit 2011 gewachsen. Das liegt hauptsächlich an der Ansiedlung des neuen Rossmann an der Hauptstraße und der Erweiterung des Aldi-Marktes gleich nebenan.

Doch nicht nur da bekommt das Haus mit dem Drogeriemarkt Rossmann Lob. „Dieser Neubau trägt erheblich und positiv zur besseren Anbindung des Aldi-Standortes an die zentrale Einkaufslage bei und hat somit erhebliche positive städtebauliche und absatzwirtschaftliche Effekte“, berichten die Gutachter.

Nicht nur das Dorf an sich, auch dessen Verkehrslage kann sich sehen lassen. Trotz des großen Verkehrsaufkommens bewegen sich die Passanten sicher und in einem angenehmen Umfeld. Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist der Weg in das Dorf gut zu bewältigen. So gibt es mit dem St.-Antonius-Hospital, der Schulze-Delitzsch-Straße und An St. Johannes drei Haltestellen rund um den Stadtkern. Und auch für die Autos gibt es laut Gutachten ausreichend Parkmöglichkeiten. Insgesamt sei die „städtebauliche Erreichbarkeit für den Individualverkehr ausgezeichnet", so die Gutachter.

Entwicklung soll nicht enden

Doch die Entwicklung soll nicht aufhören. Ludger Schnieder sieht in erster Linie bei der Internetversorgung noch Nachholbedarf: „Ein gutes Breitband sollte dazu gehören. Besonders die Einzelhändler müssen mit schnellem Internet versorgt werden." Bei jeder Baumaßnahme solle zumindest ein Leerrohr dafür in den Boden gelegt werden, das wünsche er sich von der Verwaltung, so der Bezirksbürgermeister weiter. „Wir sind nicht nur Innovation City, wir sollten auch innovativ sein." Eine Erweiterung der Außengastronomie rund um den Johann-Breuker-Platz empfehlen die Gutachter.

Anders als in Kirchhellen sieht es in Grafenwald und Feldhausen aus. An beiden Standorten kommen die Gutachter zu dem Schluss, dass es keine oder nur unzureichend fußläufige Nahversorgung gibt. Während in Feldhausen auch die Möglichkeiten nicht vorhanden seien, sei in Grafenwald „ausreichendes Potenzial für einen Solitärstandort" gegeben. Der ansässige Cap-Markt ist derzeit der einzige größere Versorger für die Grafenwälder. Deshalb schlagen die Gutachter einen weiteren Vollsortimenter direkt am Stadtkern vor.

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