Inzidenz unter 100

Vor der Öffnung der Außengastronomie haben Gastwirte noch viele Fragen

Falls die 7-Tage-Inzidenz in den nächsten Tagen weiter unter 100 bleibt, können Restaurants in Kirchhellen ihren Außenbereich wieder öffnen. Doch bei den Gastronomen gibt es noch Zweifel.
So gern Stefan Bertelwick im Haus Berger wieder Gäste an hübsch gedeckten Tischen begrüßen würde, er wartet noch auf Antworten auf ganz viele Fragen. © Werbegemeinschaft (Schäpertöns)

Die Inzidenz in Bottrop liegt seit Donnerstag (13. Mai) wieder unter 100. Sollte dieser Wert fünf Werktage in Folge stabil bleiben, hieße das am übernächsten Tag keine verschärften Maßnahmen mehr. Laut Corona-Schutzverordnung könnte so Ende der Woche auch die Außengastronomie wieder öffnen. Theoretisch. Doch ob in Kirchhellen die Gastronomen das auch tun, ist noch unklar. Zu viele offene Fragen gibt es noch derzeit.

„Gastronomie ist nicht einfach Stuhl vor die Tür stellen und Kaffee servieren. Genau wie vor dem Lockdown die läppische Aussage ‚Dann macht doch Take-Away‘. Sag doch mal Ronald McDonald ‚Mach mal à la carte-Service´“, kritisiert Stefan Bertelwick vom Gasthof Berger. Am Freitag hat er einen Fragenkatalog an die Wirtschaftsförderung geschickt. Denn die mögliche Öffnungsperspektive sorgt noch für viele Fragezeichen. „Wenn wir öffnen, dann nur, um geöffnet zu bleiben. Rolle rückwärts wäre schlimmer als ein paar Tage später öffnen“, sagt der erfahrene Gastronom.

Viele Detail-Fragen sind derzeit noch offen

Welche Tests sind erlaubt? Wer darf überhaupt Ausweise und Impfpässe kontrollieren? Wer aus welchen Städten beziehungsweise Ländern darf rein? Wer darf zusammensitzen? Und: Was gilt überhaupt als Außengastro? Ist ein Wintergarten gleichzusetzen mit einer offenen Terrasse oder einem Zelt? „Ich jedenfalls würde lieber in einem gut gelüfteten Gastraum mit Abluftanlage sitzen als in einem geschlossenen Pagodenzelt“, so Stefan Bertelwick.

Auch Paolo Fini vom Eiscafé Pisa möchte bald wieder seine Gäste auf der Terrasse verwöhnen. © Werbegemeinschaft (Schäpertöns) © Werbegemeinschaft (Schäpertöns)

Neben der rechtlichen Seite stehen viele noch vor logistischen Herausforderungen. Brauereien müssen Produktionen hochfahren, Lieferanten haben Engpässe, Mitarbeiter müssen aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden. „Dinge, die ich sonst mit 48 Stunden Vorlauf bekommen habe, benötigen jetzt zwei Wochen Vorlauf“, so Stefan Bertelwick. „Wir reden von 2,4 Millionen Beschäftigten in der Gastronomie, mit angeschlossenen ‚Beibooten‘ sind es geschätzt vier Millionen. Man merkt leider einigen Politikern in ihrem Aktionismus den fehlenden Bezug zur realen Arbeitswelt an.“

Gastronomen brauchen Planungssicherheit

Fragen über Fragen und keine Planungssicherheit. Auch Paolo Fini vom Eiscafé Pisa ist noch unsicher. „Ich muss mich erstmal genau informieren“, sagt er. „Sollte es der Fall sein, so werde ich sicherlich den Außenbereich so schnell wie möglich wieder eröffnen.“

Sobald klar ist, wann die Gastronomen in Kirchhellen wieder öffnen werden, wird die Werbegemeinschaft Kirchhellen diese Neuigkeiten über ihre Facebook-Seite teilen.

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