An dieser Stelle - zwischen Rentforter Straße und „In der Koppel" - soll die neue Feuerwache gebaut werden. © Manuela Hollstegge (A)
Bezirksvertretung Kirchhellen

Wenn der geplante Feuerwachen-Standort kippt, gibt es keinen Plan B

Die Verwaltung hat keinen Plan B für die neue Feuerwache in Kirchhellen. Das Planverfahren für die Rentforter Straße/In der Koppel sei dennoch ergebnisoffen. Ein Widerspruch?

Die Stadt bezeichnet das Planverfahren für die neue Feuerwache als ergebnisoffen, treibt die Planung aber nur für einen einzigen Standort voran: Rentforter Straße/In der Koppel.

Die Verwaltung konzentriere sich nun darauf, die Planung am ausgewählten Standort so zu optimieren, dass die Auswirkungen auf die Umgebung so weit wie möglich minimiert werden, hieß es in einer Antwort zu einer Anfrage der Grünen in der Bezirksvertretung. Grünen-Sprecherin Sigrid Lange fasste diese Auskunft mit anderen Worten zusammen: „Es gibt also keinen Plan B.“

Das bestätigte Stadtplaner Oliver Schüttler, betonte aber erneut, dass das Ergebnis des Planverfahrens offen sei. „Es gibt demnächst Gutachten zu allen Themen, die auch den Bürgern auf den Nägeln brennen: unter anderem Lärm, Klima, Artenschutz, Verkehr. Das wird alles gesammelt und dann bewertet.“

Wenn alles begutachtet ist, wird entschieden

Davon gehe er ebenfalls aus, betonte SPD-Sprecher Willi Stratmann: „Es hieß doch immer, die Gutachten könnten den ganzen Plan noch kippen“, erklärte er. „Die Bewertung kommt zum Schluss. Dann muss die Politik entscheiden unter Einbeziehung der Bürger. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen.“

Auch die CDU setzt auf die Entscheidungshilfe der Gutachter: „Ohne die Gutachten zeigen wir uns abwartend“, verlautete aus der Mehrheitsfraktion.

Dr. Elly Vaupel regte im Namen der ÖDP an, die Fragen des Arten- und Naturschutzes so hoch anzusiedeln, „dass man sich nach diesen Gutachten den ganzen Rest eventuell sparen könnte.“ Resonanz auf diesen Vorschlag bekam sie nicht.

„Vielversprechende Signale“ in Grundstücksverhandlungen

Ohne in der öffentlichen Sitzung ins Detail zu gehen, überbrachte Oliver Schüttler die positive Nachricht, dass die direkte Anbindung der Feuerwache an die Rentforter Straße möglich erscheine, denn es gebe vielversprechende Signale des Grundstückseigentümers, dass er zu einem Verkauf bereit sei. Gerade die Anbindung des Feuerwehr-Verkehrs über die Straße In der Koppel ist bislang bei den Anwohnern auf starke Kritik gestoßen.

Warum die Verhandlungen mit dem Eigentümer seit Monaten noch nicht zu einem Abschluss gekommen sind, wollte der Planer in öffentlicher Sitzung nicht verraten. Es könnte also am Preis liegen, der stets der Verschwiegenheit unterliegt.

Dass es noch einiger Gespräche mit Bürgern bedarf, um die Akzeptanz des Feuerwachen-Standortes zu verbessern, ist bei der Verwaltung offenbar bekannt. Zum einen habe die Coronakrise persönliche Treffen erschwert, hieß es in der Vorlage zur Sitzung, zum anderen sei im weiteren Verfahren eine intensive öffentliche Diskussion vorgesehen.

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Redaktion Dorsten
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Petra Berkenbusch

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