Wo ein Opel Corsa den Porsche schlagen kann

Race@Airport

Fast-and-Furious-Feeling unter blauem Himmel am Sonntag in Kirchhellen. Über dem Flugplatz Schwarze Heide schwebte der Geruch von Benzin.

Kirchhellen

, 05.08.2018, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wo ein Opel Corsa den Porsche schlagen kann

Vom Familienauto bis zum Dragmonster ging in Kirchhellen alles an den Start.pieper

Beim Race@Airport übertönte das Donnern der Motoren oftmals sogar die Lautsprecherdurchsagen der Rennleitung. Hunderte Beschleunigungsmonster auf vier und zwei Rädern kämpften am Sonntag bei strahlendem Sommerwetter um Siege und Titel. „Schnelle Autos, schöne Frauen, herrlicher Sonnenschein – besser könnte der Tag nicht sein“, fasste ein Teilnehmer zusammen.

Seit 2007 gastiert das Spektakel Race@Airport traditionell am ersten Sonntag im August auf dem Flugplatz Schwarze Heide. Es ist einer der Höhepunkte der bundesweiten Rennserie über die Viertelmeile.

Familienkutsche am Limit

Mitmachen konnte am Sonntag jeder. Die einen kamen mit speziell vorbereiteten Renn-Boliden nach Kirchhellen, die anderen, um ihre Familienkutsche mal ans Limit zu bringen. Mit bis zu 800 PS starken Motoren, die es mit etwas Lachgasunterstützung sogar auf über 1000 Pferdestärken bringen konnten, beschleunigten die Fahrer ihre zwei- und vierrädrigen Fahrzeuge in nur wenigen Sekunden über die Start- und Landebahn. Noch vor dem Erreichen der Ziellinie wurden Geschwindigkeiten weit jenseits der 200 Stundenkilometer-Marke erreicht. Die Fahrer werden beim Beschleunigen mit G-Kräften in den Sitz gedrückt, denen ansonsten Kampfpiloten ausgesetzt sind.

Spektakuläre Rennen

Tausende Besucher schauten sich am Sonntag das Spektakel an. Es war ein Motorsport-Ereignis für die ganze Familie. Das schnellste Event in Kirchhellen und Umgebung bietet spektakuläre Beschleunigungsrennen, US-Car Ausstellung, offenes Fahrerlager, Kinderspaß und vielfältige Gastronomie mit familienfreundlichen Preisen.

Was fasziniert die Zuschauer? „Dass man aus jedem Auto einen Rennwagen machen kann“, sagte Heiko Tigge. „Gerade hat ein aufgemotzter Opel Corsa einen Porsche haushoch geschlagen.“ Am Sonntag trafen in Kirchhellen kuriose Paarungen aufeinander: Der Käfer besiegte den Supersportwagen, ein Quad wies das Rennmotorrad in seine Schranken. Es war schon faszinierend, wie die Tuner unter der Karosserie von Alltagsgefährten modernste Dragster-Technik verbargen.

Aber Tuning zeigte auch seine Grenzen am Weihnachtsbaum, wie die Startampel bei Beschleunigungsrennen genannt wird: Immer wieder blieben hochgezüchtete Boliden nach den ersten Metern stehen.

Pure Kraft

„Ich stehe auf die US Muscle-Cars.“ Das bedrohlich grollende Blubbern der V8-Big Block-Aggregate ist für Lars Hoffjann unverzichtbar. „Pure Kraft ohne Kompressor oder elektronischen Schnickschnack.“ Elias Harger erklärt, worauf es ihm ankommt: „Ein Lenkrad, ein Gaspedal, ein Schalthebel, ein bisschen Karosserie und der Rest Motor.“

Aber nicht alle teilten die Begeisterung. „Ich finde es doof hier. Die Autos sind so laut und die fahren alle so schnell“, urteilt die siebenjährige Jacqueline und hält sich schnell wieder die Ohren zu.

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