Corona

Reisende bringen Delta mit in den Kreis Recklinghausen

Aktuell melden sich im Schnitt rund 200 Rückkehrer bei der Kreisverwaltung. Experten setzen eine Impfquote von 85 Prozent voraus, um die ansteckende Delta-Variante in Schach zu halten.
Passagiere auf dem Flughafen von Palma de Mallorca: Reiserückkehrer aus Partyhochburgen bereiten dem Kreisgesundheitsamt besondere Sorgen. © picture alliance/dpa

Die Delta-Variante hält auch im Kreis Recklinghausen weiter Einzug. Auffällig ist dabei, dass die Infektionen immer öfter im Zusammenhang mit Auslandsreisen stehen, so die Erkenntnis des Kreisgesundheitsamtes.

Wer mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland reist, muss sich vor Abflug einem Schnell- oder Labor-Test unterziehen. Nur wer einen negativen Test vorweisen kann, darf die Rückreise antreten. „Diese Tests sind ein wichtiges Instrument, um schon bestehende Infektionen nachzuweisen“, erklärt Dr. Jutta Hullmann, Leiterin des Gesundheitsamtes, „doch sie sind auch immer nur eine Momentaufnahme.“ In den vergangenen Wochen habe sich häufiger im Nachgang herausgestellt, dass das Virus aus dem Urlaub mitgebracht worden sei.

Urlauber aus einem Risikogebiet müssen sich registrieren

Alle Urlauber, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, müssen sich vor Einreise digital auf www.einreiseanmeldung.de registrieren. Dort gibt es auch einen Link zu einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI), auf der die internationalen Risikogebiete verzeichnet sind. „Das Kreisgesundheitsamt zieht sich jeden Tag diese Daten und schaut, wer eingereist ist“, erklärt Kreissprecherin Svenja Küchmeister. Jeder, der aufgrund seines Reiseziels Auflagen wie eine Test- oder Quarantänepflicht hat, erhalte einen Anruf von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes.

Aktuell melden sich pro Tag im Schnitt knapp 200 Einreisende bei der Kreisverwaltung. Die meisten von ihnen kehren aus der Türkei zurück, aber auch andere beliebte Reiseziele wie Spanien, Ägypten oder England werden häufig genannt. „Gefährlich wird es vor allem in Ländern, die Einwohnern und Besuchern nur noch wenige Regeln zum Schutz gegen das Corona-Virus auferlegen, oder in bekannten Partyhochburgen wie in Lloret de Mar oder auf Mallorca“, so Hullmann weiter.

Die meisten Infektionen in der Gruppe der jungen Erwachsenen

Impfungen können Sicherheit geben: Experten gehen von einer notwendigen Impfquote von 85 Prozent aus, um die Delta-Variante in Schach zu halten. Bislang sind in NRW etwas über 60 Prozent der Bevölkerung erstgeimpft. Das Impfzentrum des Kreises in Recklinghausen bietet seit Freitag letzter Woche spontane Impfungen ohne Termin an. In vierstelliger Zahl haben Bürger dieses Angebot bisher wahrgenommen. „Ich kann nur alle dazu aufrufen, sich impfen zu lassen“, appelliert Hullmann. Dies gelte insbesondere auch für junge Erwachsene ab 16 Jahren. Denn in dieser Gruppe habe des Gesundheitsamt noch immer die meisten Infektionen feststellt.

Bislang wurde die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante des Corona-Virus im Kreis Recklinghausen 39 Mal nachgewiesen. Das Gesundheitsamt geht aber wie das Robert-Koch-Institut (RKI) davon aus, dass mittlerweile mehr als die Hälfte aller Infektionen auf diese Variante zurückgehen.

Impfstoffe schützen auch gegen die Delta-Variante

Seit Ende Mai gilt Delta laut Weltgesundheitsorganisation WHO als „Variante of Concern“ (VOC), also als besorgniserregende Variante. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die aktuell zugelassenen Impfstoffe auch gegen die Delta-Variante schützen und mindestens einen schweren Krankheitsverlauf verhindern. Anfang Mai wurde sie zum ersten Mal im Kreis Recklinghausen nachgewiesen. Dieser Fall, so der Kreis, stand bereits im Zusammenhang mit einer Auslandsreise.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.