Oliver Kaczmarek (SPD) bleibt Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Unna I. © Stefan Milk
Meinung

Abgeordneter Oliver Kaczmarek: Ein Glücksfall für den Kreis Unna

Er darf weitermachen: Oliver Kaczmarek gewinnt den Wahlkreis Unna I – und das bereits zum vierten Mal. Wer so einen guten Job macht, hat sich das Mandat redlich verdient, meint unser Autor.

Es sind wahrlich keine einfachen Zeiten, die hinter der SPD liegen. Nicht im Bund oder Land und auch nicht im Kreis Unna. Die Sozialdemokraten mussten auch in ihren traditionellen Hochburgen der einstigen Bergbau-Region in den vergangenen Jahren viele Rückschläge und Stimmenverluste hinnehmen. In der Kreisstadt Unna ging gar das Rathaus an die CDU verloren.

Ob die Bundestagswahl nun eine Trendwende einläutet oder das bessere Abschneiden der SPD im Bund vor allem der Schwäche der Union und ihres Kanzlerkandidaten zuzuschreiben ist, bleibt abzuwarten. Klar ist: Der deutliche Wahlsieg von Oliver Kaczmarek ist unabhängig von bundespolitischen Strömungen und Umfragetrends keine Überraschung.

Der 51-Jährige hat in den vergangenen mehr als zehn Jahren – er ist ja schon seit 2009 Abgeordneter – schlicht gute Arbeit geleistet. Und das haben die Wählerinnen und Wähler belohnt.

Kaczmarek ist keiner dieser Politiker, die sich nur dann in ihrem Wahlkreis sehen lassen, wenn mal wieder Wahlkampf ist. Er hat den „Roten Rucksack“, mit dem er einst erfolgreich auf Tour ging, eigentlich nie abgesetzt.

Markenzeichen Roter Rucksack: Hier überreicht Oliver Kaczmarek ein Exemplar an den damaligen Vorsitzenden der Landes-SPD, Michael Groschek. © Archiv © Archiv

Kaczmarek ist auch außerhalb von Wahlkampfzeiten erreichbar für die Menschen, deren Interessen er in Berlin vertritt. Ob persönlich oder digital, der Arbeitersohn aus Kamen ist ein bürgernaher Kümmerer. Wer sich an ihn wendet, dem schenkt er ein offenes Ohr und der bekommt auch eine Antwort.

Er ist gewissermaßen ein Gegenstück zu einem Politikertypus wie dem ehemaligen Landtagsabgeordneten Rüdiger Weiß, der im Frühjahr über die Briefkopfaffäre stürzte, weil er zu sehr auf seinen eigenen Vorteil bedacht war. Kaczmarek ging früh und klar auf Distanz und er war es auch, der als Parteichef der SPD im Kreis Unna maßgeblich darauf hinwirkte, dass Weiß sich von all seinen Ämtern zurückzog.

Aus seinen Überzeugungen macht Kaczmarek generell keinen Hehl, er ist niemand, der möglichst allen gefallen will oder sich gar von einer Lobby vereinnahmen lässt. Als vor einigen Monaten die Maskenaffäre einiger Bundestagsabgeordneter die Republik erschütterte und unsere Redaktion mit ihm über Transparenz und Lobbyismus sprach, sagte er einige bemerkenswerte Dinge. Zum Beispiel: „Ich hätte gar nicht die Zeit, noch zusätzlich einen Job an Land zu ziehen. Ich bin im Bundestag, weil ich Politik machen will.“

Außerdem räumte er ein, dass es durchaus Unternehmen aus dem Wahlkreis gebe, die ihm schrieben: „Ihr plant da ein Gesetz, das uns nicht gefällt.“ Zum Beispiel die Betreiber von privaten Altenheimen, die die Tariflöhne in der Pflege nicht gut finden. Kaczmarek habe in dem Fall klargestellt, dass er auf der Seite der Beschäftigten stehe.

Ein Beispiel, das deutlich macht: Dieser Abgeordnete ist authentisch, lässt sich nicht verbiegen. Die Wählerinnen und Wähler dürfen sich freuen, auch in den nächsten vier Jahren eine so verlässliche Stimme in Berlin zu haben.

Anmerkung der Redaktion: Als dieser Kommentar geschrieben wurde, war noch nicht klar, dass es auch Hubert Hüppe (CDU) und Michael Sacher (Grüne) über ihre Landeslisten in den Bundestag schaffen würden. Einen aktuellen Bericht dazu lesen Sie hier:

Über den Autor
Chef vom Dienst
Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
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Kevin Kohues

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