Ungenutzt liegen Arbeitsgeräte in einem Friseursalon in Köln-Ehrenfeld: Björn Barthold, Obermeister der Friseur-Innung Unna, rechnet vor der Wiedereröffnung der Salons am 1. März mit Änderungen am Entwurf für die entsprechende Verordnung. © picture alliance/dpa
Lockdown-Lockerung ab 1. März

„Das muss sich auch lohnen“: Friseure hoffen, dass Lockerungen zum 1. März größer werden

Für Friseure gibt es ab 1. März eine Sonderregel: Der Lockdown endet für sie. Salons im Kreis Unna hadern aber mit der erlaubten Zahl von Kunden: Man könne nicht aus Spaß an der Freude arbeiten.

Friseure dürfen ihre Salons ab dem 1. März wieder aufschließen. Die Bedingungen sind aber strenger als vor dem Lockdown. Geplant ist, nur einen Kunden pro 20 Quadratmeter Ladenfläche zu erlauben. Da könne ein Fehler im Entwurf passiert sein, vermutet der Obermeister der Friseure im Kreis Unna.

»Das muss sich auch lohnen. Wir machen das ja nicht alles aus Spaß an der Freud.«

Björn Barthold, Obermeister der Friseur-Innung Unna

„Ich hoffe, dass wir dazu noch etwas anderes hören“, sagt Björn Barthold. Der Chef der Innung begrüßt die beschlossene Öffnung für Friseurbetriebe noch vor dem Einzelhandel zwar. Man werde die bewährten Hygienekonzepte anwenden und wolle definitiv „keine überfüllten Salons“, so Barthold.

Geschäftstag müsste von 8 bis 22 Uhr dauern

Allerdings werde die neue Vorgabe, weniger Kunden gleichzeitig zu frisieren, wohl nicht zu auskömmlichen Umsätzen in den Salons führen. In einem 60 Quadratmeter großen Geschäft dürften sich nur drei Kunden aufhalten. Barthold: „Das ist so, als würden Sie bei der Firma Honsel nur eine Maschine laufen lassen.“

Beim Haare färben etwa gebe es eine lange Einwirkzeit, währenddessen Friseure normalerweise andere Kunden bedienen können – darauf baue auch jede betriebswirtschaftliche Rechnung der Saloninhaber auf.

Ein Geschäftstag mit zeitgleich zwei Kunden rechne sich dann vielleicht, wenn man von 8 bis 22 Uhr den Laden aufhalte – das sei aber kaum denkbar. „Das muss sich auch lohnen. Wir machen das ja nicht alles aus Spaß an der Freud.“

So oder so werde man Frisierteams bilden und einen Schichtbetrieb organisieren müssen. Selbst wenn die Friseure solche Arbeitszeitmodelle entwickelten, komme man bei den aktuellen Plänen aber um Kurzarbeit für Mitarbeiter wohl nicht umhin. Der Umsatz reiche erwartbar nicht für alle Kosten.

Björn Barthold © privat © privat

»So viel Fairness verlange ich von der Politik.«

Björn Barthold

Er sei zwar davon überzeugt, dass die Friseure, bei denen die Freude über die Lockerung letztlich überwiege, auch unter schwierigen Umständen am 1. März wieder öffneten. Sie liefen dann aber Gefahr, von staatlichen Hilfen ausgeschlossen zu sein, weil sie hierfür wiederum zu viel verdienten.

Lockerung bei Friseuren hat auch „hygienischen“ Grund

Barthold: „Aber das kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein.“ Man setze daher auf Gespräche, die der Zentralverband des Friseurhandwerks derzeit noch führe. Auch vor und nach dem ersten Lockdown seien die Corona-Schutzverordnungen ständig nachgebessert worden. „So viel Fairness verlange ich von der Politik.“

Persönlich könne er verstehen, wenn die Sonderregel für Friseure bei anderen für Unmut sorge. Die offizielle Begründung für diesen Weg stelle jedoch auch auf die hygienische Komponente des Frisierens ab und einen sozialen Aspekt: Besonders für ihre ältere Kundschaft seien die Kollegen auch „Seelenstreichler“.

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Redaktion Fröndenberg
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