Meinung

Delta-Variante: Fallzahlmeldung des Kreises Unna nicht transparent

Der Kreis Unna hat am 22. Juni mitgeteilt, dass es bis dahin bereits neun Nachweise der Delta-Variante des Coronavirus gegeben hat. Diese Info kommt zu spät, findet unser Autor Dirk Becker.
In Lissabon hat sich die Delta-Variante des Coronavirus so stark ausgebreitet, dass die Stadt abgeriegelt wurde. © picture alliance/dpa

Sie ist also im Kreis Unna angekommen, die Delta-Variante des Coronavirus. Die Behörde hat das in ihrem Corona-Update am 22. Juni mitgeteilt – und zugleich erklärt, es gebe kein aktuelles Ausbruchsgeschehen.

Die Auflistung von Delta-Corona-Fällen ist für den Kreis nicht mehr als Statistik. Erst auf Nachfrage ist zu erfahren, dass es sich um Fälle handelt, die seit dem 12. Mai festgestellt wurden. Es liegt also mehr als ein Monat zwischen dem Nachweis und der Veröffentlichung.

Für viele Menschen im Kreis Unna – und ich schließe mich da ausdrücklich ein – ist die Delta-Mutation mehr als Statistik. Sie gilt als aggressiver und sie breitet sich offenbar auch schneller aus als andere Varianten. Sie bereitet mir Sorgen. Wenn diese Mutation in meiner Heimat auftritt, dann will ich das wissen. Möglichst früh und nicht erst einen Monat später.

Tagesaktuell hat der Kreis immer Nachweise der britischen und der südafrikanischen Virusvariante, die inzwischen Alpha und Beta heißen, übermittelt. Man sollte sich darauf verlassen können, dass diese Meldung auch und gerade bei Delta erfolgt, sobald es entdeckt wird. Mein Vertrauen in den Kreis Unna wurde enttäuscht. Denn dass es auch hier längst Delta-Fälle gab, wurde verschwiegen. Klar: Gelogen wurde nicht, aber es wurde eben auch nicht alles gesagt. Transparenz sieht anders aus.

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