Ministerbesuch

Minister Laumann in Unna: „Wenn neuer Lockdown, dann für Ungeimpfte“

Bei einem Besuch in Unna machte der NRW-Gesundheitsminister klar, dass er das Verhalten von Impfverweigerern für unsolidarisch hält. In Sachen Klimaschutz ging er auf Distanz zu den Grünen.
Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, kam nach Unna um den CDU-Bundestagskandidaten Hubert Hüppe (im Hintergrund) zu unterstützen. Was er zu Corona und den Herausforderungen für die Wirtschaft zu sagen hatte, war allerdings von grundsätzlicher Bedeutung. © Dirk Becker

Er nahm es sehr genau. Als NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Montagabend das Autohaus Jonas in Unna-Massen betrat, zückte er erst einmal sein Handy. Damit war klar: Der Mann hat den vollen Impfschutz. Nicht anders zu erwarten von einem Mann, der Tag für Tag dafür wirbt, dass sich Menschen gegen Covid-19 schützen sollen.

Noch weit weg von einer Herdenimmunität

Eine Impfpflicht, so seine Botschaft, lehnt er ab. Den häufig gezogenen Vergleich von Corona mit Masern hält er für falsch. Bei Masern gehe es um das Ziel, die Krankheit auszurotten. Dafür seien 97 bis 98 Prozent Impfquote erforderlich. Bei Corona gehe es um Herdenimmunität – und „nur“ um 85 Prozent.

Das Problem: Auch diese 85 Prozent sind noch lange nicht erreicht. 80 Prozent der Menschen über 16 Jahre seien in NRW geimpft, bei den 12- bis 16-Jährigen seien es immerhin schon 45 Prozent, erklärte Laumann. Für eine Herdenimmunität reicht das aber noch lange nicht.

„Ich halte das auch für unsolidarisch.“

Minister Karl-Josef Laumann zu Impfverweigerern

Laumann wählte in Unna deutliche Worte. „Wenn es noch einmal einen Lockdown geben muss, dann nur für Ungeimpfte“, erklärte der Minister. Für Menschen, die sich nicht impfen ließen, habe er „so gut wie kein Verständnis“. Und: „Ich halte das auch für unsolidarisch.“

Die Einhaltung der 3G-Regel wurde am Eingang zum Autohaus genau geprüft. Deswegen konnten die Gäste Laumanns Vortrag maskenlos verfolgen. © Dirk Becker © Dirk Becker

Der Gesundheitsminister erinnerte gleich zum Beginn seines Vortrages daran, dass die Pandemie-Lage künftig nach anderen Kriterien bewertet wird. Der Weg führt weg von der Sieben-Tage-Inzidenz und hin zur Hospitalisierungsrate. „Sie können sicher sein: Ich werde mir jeden Tag sehr genau ansehen, wie die Situation auf den Intensivstationen ist“, versprach er. In NRW könnten 700 bis 800 Menschen versorgt werden, ohne dass andere Operationen verschoben werden müsste, aktuell liege man bei 450 Patienten. „Wird es schlimmer, dann müssen wir auch wieder über Kontaktbeschränkungen nachdenken“, so Laumann. Geimpfte müssten davon ausgenommen werden. „Das werden auch Gerichte nicht anders zulassen.“

Laumann distanziert sich von den Grünen

An mehreren Stellen ging Laumann in seinem Vortrag „Der Sozialstaat während und nach der Pandemie“ auf Distanz zu den Grünen. So sei es wichtig, das Ehegatten-Splitting zu erhalten. „Wer jetzt nicht begriffen hat, dass eine Familie eine wirtschaftliche Einheit ist, den kann ich nicht verstehen“, sagte Laumann.

Das Ziel der CO2-Neutralität hätten alle demokratischen Parteien gemein. Allerdings müsse es als Brücke eine Energieversorgung mit Gas geben, verwies der Minister auf die Tatsache, dass Deutschland sich von der Atomenergie, der Steinkohle und der Braunkohle verabschiedet hat. „Wir brauchen Gas, viel Gas.“ Deutschland sei wirtschaftlich nicht mehr wettbewerbsfähig, wenn die Energiepreise zu hoch seien. „Nur mit regenerativer Energie und Wasserstoff schaffen wir das nicht.“

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