Die Tafel im Kreis Unna stellt ab Mittwoch, 16. Dezember, ihren Betrieb ein. Der bundesweite Lockdown und die anhaltend hohen Infektionszahlen lassen keinen anderen Schritt zu. © Udo Hennes/Archiv
Lockdown

Tafel im Kreis Unna stellt den Betrieb ein – Letzte Ausgabe am Dienstag

Die Ausgabestellen der Tafel im Kreis Unna öffnen am Dienstag, 15. Dezember, zum vorerst letzten Mal. Der Betrieb ist angesichts des Lockdowns und der hohen Infektionszahlen nicht mehr aufrechtzuerhalten.

Die Tafel im Kreis Unna stellt vorerst ihren Betrieb ein: Die Ausgabestellen öffnen am Dienstag, 15. Dezember, zum letzten Mal. Der bevorstehende Lockdown und die hohen Infektionszahlen lassen keine andere Möglichkeit zu.

„Die Zahlen sind hoch und wir haben keine andere Wahl, um die Infektionsketten zu unterbrechen“, sagt die Tafel-Vorsitzende Ulrike Trümper auf Anfrage unserer Redaktion.

„Dass der Lockdown kommen würde, damit haben wir alle gerechnet. Deswegen haben wir in den vergangenen Wochen schon viel mehr haltbare Lebensmittel als üblich herausgegeben.“

Ulrike Trümper, Vorsitzende der Tafel im Kreis Unna

Zum einen wisse man nicht, ob die Tafel als Verein als systemrelevant eingeschätzt würde und zum anderen sei der Betrieb auch faktisch nicht mehr möglich, erklärt Trümper.

Abstand unmöglich: Viele Ausgabestellen sind zu klein

„Das fängt bei den Abholfahrten von den Supermärkten an: Wir dürfen keine zwei Mitarbeiter mehr in den Transportern fahren lassen. Bei den Ausgabestellen haben wir dann vielerorts das Problem, dass dort die Abstände einfach nicht eingehalten werden können“, schildert die Tafel-Vorsitzende, wieso der Betrieb in den vergangenen Wochen schon immer schwieriger wurde.

Hinzu kommt ein Problem, das die Tafel seit Beginn der Corona-Pandemie begleitet: Es fehlen die ehrenamtlichen Helfer in den Ausgaben. „Zuletzt hatten wir Glück, es sind viele Neue dazu gekommen. Das waren größtenteils junge Mütter – und genau die fallen uns jetzt auch wieder weg, weil sie die Kinder jetzt zuhause betreuen müssen“, sagt Trümper. Viele der langjährigen Ehrenamtlichen, die bei der Tafel helfen, zählen aufgrund ihres vergleichsweise hohen Alters zur Corona-Risikogruppe. „Sie versuchen wir natürlich auch zu schützen“, sagt Trümper.

Die Tafelausgabe in Unna-Königsborn an der Dorotheenstraße ist eine der Ausgabestellen, die am Dienstag, 15. Dezember, noch einmal öffnen, bevor der Lockdown beginnt. In vielen der kleineren Ausgabestellen ist das Einhalten der geforderten Mindestabstände nicht möglich.
Die Tafelausgabe in Unna-Königsborn an der Dorotheenstraße ist eine der Ausgabestellen, die am Dienstag, 15. Dezember, noch einmal öffnen, bevor der Lockdown beginnt. In vielen der kleineren Ausgabestellen ist das Einhalten der geforderten Mindestabstände nicht möglich. © Anna Gemünd © Anna Gemünd
Letzte Ausgabe am Dienstag

Betrieb bis 10. Januar eingestellt

  • Die Tafel im Kreis Unna stellt ihren Betrieb mit Beginn des bundesweiten Lockdowns am Mittwoch, 16. Dezember, ein. Wann die Tafel ihre Ausgabestellen wieder öffnen wird, steht noch nicht fest.
  • „Wir werden uns kurz vor Ende des Lockdowns an die Öffentlichkeit wenden und bekanntgeben, wie es dann weitergeht“, kündigt Ulrike Trümper an. Dies sei abhängig von dem dann aktuellen Infektionsgeschehen. Der bundesweite Lockdown gilt zunächst bis zum 10. Januar 2021.

Tafel hat mit Lockdown gerechnet

Anders als im Frühjahr ist die Tafel allerdings aus die bevorstehende Schließung besser vorbereitet. „Dass der Lockdown kommen würde, damit haben wir alle gerechnet“, sagt Trümper, „deswegen haben wir in den vergangenen Wochen schon viel mehr haltbare Lebensmittel als üblich herausgegeben.“ Und auch die Schokoladen und Printen, die die Bürgerstiftung Unna der Tafel für die Weihnachtspakete gegeben hatte, sind bereits verteilt.

„Was wirklich großartig war, sind die vielen Gutscheine, die über die Spendenaktion der Bürgerstiftung zustande gekommen sind“, will sich Ulrike Trümper bei den vielen Spendern bedanken, „das hat vielen unserer Kunden sehr geholfen.“ Am Dienstag finden in Unna, Bergkamen und Bönen letztmalig Ausgaben der Tafel statt; auch die Haushalte, die nicht mehr mobil sind, werden nochmal beliefert und in Holzwickede werden die gespendeten Weihnachtspakete verteilt. „Alles, was dann an Lebensmitteln übrig bleibt, geben wir an die Foodsharing-Gruppen“, kündigt Ulrike Trümper an.

Über die Autorin
Redaktion Unna
Sauerländerin, Jahrgang 1986. Dorfkind. Liebt tolle Geschichten, spannende Menschen und Großbritannien. Am liebsten draußen unterwegs und nah am Geschehen.
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