Der Impfbus des Kreises Unna, hier am Bahnhof in Kamen, ist bis Ende September noch an vielen Orten im Kreisgebiet anzutreffen. © Stefan Milk/Archiv
Corona-Pandemie

Werbung fürs Impfen: Kreis Unna nutzt Plakatwände nach Wahl für Kampagne

Um Ungeimpfte zu erreichen, setzt der Kreis Unna auf eine eigene Impf-Kampagne. Dazu gehören Impf-Angebote an ungewöhnlichen Orten und demnächst auch große Plakate.

Im Februar sah die Corona-Lage noch ganz anders aus. Das Land befand sich in einem seit November andauernden Lockdown und die Impfungen standen noch ganz am Anfang. Der Kreistag Unna fasste seinerzeit den Beschluss, 20.000 Euro aus dem Kreishaushalt locker zu machen für eine eigene Impf-Kampagne.

Vorausschauender Beschluss des Kreistages

Die Antragsteller von SPD, CDU, FDP und den Grünen im Kreistag sprachen damals von einer Art „Vorratsbeschluss“ und erklärten, der Kreis solle sich wappnen für eine Zeit, wenn die Impfungen ins Stocken geraten, weil bestimmte Zielgruppen nicht erreicht würden. Damals hatte man bereits jüngere Menschen oder auch Menschen mit Migrationsgeschichte im Hinterkopf, die über die üblichen Kanäle schwerer zu erreichen sind und denen mitunter auch die Sprache Barrieren setzt.

Ein halbes Jahr später ist genau dieser Punkt gekommen. Impfstoff steht in Hülle und Fülle zur Verfügung, doch im Impfzentrum und bei den Hausärzten ist die Nachfrage stark zurückgegangen. Wer die Impfung wollte, hat sie in der Regel längst. Rund zwei Drittel der Bevölkerung im Kreis Unna sind mindestens einmal geimpft. Aber bis zur Herdenimmunität fehlt noch ein ganzes Stück.

Die Kampagne des Kreises will einen Beitrag dazu leisten, die Impfquote zu verbessern. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte Kreissprecher Volker Meier mit, dass die Kampagne bereits seit mehreren Wochen laufe. Der Schwerpunkt liege auf aufsuchenden Impfangeboten zum Beispiel durch Impfbusse oder in sozialen Einrichtungen oder auch muslimischen Gemeinden.

Ergänzt würden diese Angebote noch durch Container, die als Impfstellen zusätzlich vorübergehend platziert werden. „Den Impfteams und Helfern stehen dazu Informationsmaterialien in mehreren Sprachen zur Verfügung, die bei der Aufklärung helfen“, so Meier.

„Wesselmänner“ werden zu Werbeträgern fürs Impfen

Bis Ende September werden so 73 mobile Impfangebote (gerechnet ab Mitte Juli) stattgefunden haben. Zählt man die Einsätze an Schulen hinzu, sind es sogar 92 niederschwellige Gelegenheiten, sich impfen zu lassen.

Nach der Bundestagswahl werde der Kreis Unna einen Teil der Großflächenstellplätze („Wesselmänner“) übernehmen und zur Werbung für das Impfen nutzen. „Die Verhandlungen mit dem Anbieter der Plakattafeln stehen vor dem Abschluss“, so Volker Meier. Die Genehmigungsanfragen für die Stellflächen in den Städten und Gemeinden würden gerade vorbereitet. „Die Plakate werden mehrsprachig sein, einen Impfaufruf enthalten und den Zugang zu Impfterminen und weiteren Informationen“, kündigt der Kreissprecher an.

Diese mobilen Impfangebote gibt es noch bis Ende September

Bis Ende September sind Impfungen auch noch spontan im Impfzentrum in der Kreissporthalle Unna möglich, dann wird es geschlossen. Außerdem gibt es in den nächsten beiden Wochen folgende Impf-Aktionen an besonderen Orten:

  • Freitag, 17. September: Lünen, DITIB-Gemeinde Lünen-Brambauer, Heinrichstraße (14 bis 17 Uhr); Bönen, DITIB-Gemeinde, Zechenstraße (nach dem Freitagsgebet)
  • Sonntag, 19. September: Bergkamen, Alevitische Gemeinde, Buchfinkenstraße 8 (11 bis 14 Uhr); Fröndenberg, Kulturschmiede im Himmelmannpark (zum Kirmesmarkt, 11 bis 16 Uhr)
  • Freitag, 24. September: Unna, Werkstatt im Kreis Unna, Nordring 39 (10 bis 14 Uhr); Lünen, DITIB-Gemeinde Roonstraße (14 bis 17 Uhr); Kamen, DITIB-Gemeinde, Im Dahl 15 (nach dem Freitagsgebet); Unna, DITIB Gemeinde, Höingstraße 20 (nach Freitagsgebet 14 bis 17 Uhr)
  • Montag, 27. September: Bergkamen, Parkplatz Töddinghauser Straße, gegenüber der Sonnenapotheke (8 bis 14 Uhr)
  • Dienstag, 28. September: Kamen, Rathausplatz (8 bis 14 Uhr)

Im Zweifel benötigen Impfwillige lediglich ein Ausweisdokument wie den Personalausweis, um sich impfen zu lassen. Eine Versichertenkarte oder ein Impfpass sind nicht zwingend nötig, sollten aber (wenn vorhanden) mitgebracht werden.

Über den Autor
Chef vom Dienst
Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
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Kevin Kohues

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