Blick in die Ausstellung. Die 180 Fotos sind im Format 2,55 mal 1,70 Meter aufgezogen. © Dirk Boettger
Neue Ausstellung im Gasometer Oberhausen

180 spektakuläre Naturfotos zeigen das zerbrechliche Paradies Erde

Seit fast zwei Jahren war der Gasometer Oberhausen wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Am 1. Oktobere 2021 öffnet er wieder – mit einer spektakulären Ausstellung.

Unsere Erde bietet einzigartige Natur –

und sie ist durch den Klimawandel gefährdet. Sie ist ein „zerbrechliches Paradies“. Diese Ambivalenz zeigt der Gasometer Oberhausen ab dem 1. Oktober 2021 in der neuen, gleichnamigen, großartigen Ausstellung.

Auf der unteren Ebene sind zum Teil spektakuläre Tierfotos zu sehen, auf der zweiten Ebene Bilder von zerstörten Bereichen unseres Planeten, von Überbevölkerung und Umweltsünden.

Riesige Erdkugel schwebt über den Köpfen der Besucher

Und über allem hängt die Erde – eine Skulptur von 20 Metern Durchmesser, auf die Satellitenbilder projiziert werden. Auf Sitzsäcken dürfen die Besucher – wie in der vergangenen Ausstellung – in einer Arena unter der Erdkugel liegen und den Zug der Wolken, Flugzeuge und Schiffe verfolgen.

Es gibt (mit etwas verstecktem Zugang) auch einen Umlauf, auf dem man die Erde umwandern kann. Und mit VR-Brille durchstreifen die Gäste im Erdgeschoss den Regenwald.

180 Aufnahmen im Riesenformat zeigen eindrucksvolle Natur

180, meist preisgekrönte Fotos sind auf rund 7000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu sehen. Präsentiert werden sie in Riesenformaten – eindrucksvolle 2,55 mal 1,70 Meter groß. Dem wilden Wolf schaut man als Besucher in die Augen und man sieht einen Waschbären, der verzweifelt versucht, sich aus einem Autowrack im Wald zu befreien.

In Tortenstück-Segmente sind die Etagen thematisch gegliedert. Da folgen auf Naturgewalten der „Beginn des Lebens“, Wasser-, Berg- und Wütenwelten. Und zwischen den Fotowänden laden Video-Stationen zum Verweilen ein.

Füchsin hat eine Stunde auf das Murmeltier als Beute gewartet

Die Schönheit der Natur, aber auch das wilde Leben der Tiere haben die Fotografen eindrucksvoll mit der Kamera festgehalten. Oft in Schnappschüssen, in denen immer der Gesichtsausdruck der Tiere fasziniert.

Und die Geschichten, die auf den Texttafeln neben den Fotos nachzulesen sind, berühren tief. So beschreibt der Fotograf, dem das großartige Foto von dem Himalaya-Murmeltier und der Tibet-Füchsin gelungen ist, wie das Murmeltier – kurz nach dem Winterschlaf – die Füchsin als Gefahr gewittert und die anderen Murmeltiere noch mit lautem Pfeifen gewarnt hat.

Eine Stunde später hat sich das Murmeltier aus dem Bau getraut; die Füchsin, die drei Welpen zu versorgen hatte, hat vor dem Ausgang auf die Beute gewartet. Das Entsetzen des Murmeltiers auf dem Foto zeigt, wie grausam Natur sein kann.

Kuratoren-Team hat Zehntausende von Fotografien gesichtet

Das ist auch auf den Fotos vom Puma, der ein Lama in den Tatzen hält, das vor Schreck Heu spuckt, oder von dem Bär, der einen Lachs fängt, abzulesen. Daneben hängen fotografische Idyllen, zum Beispiel vom Canyon in Island, die schön wie eine Fototapete wirken.

„Das Foto von dem Murmeltier und der Füchsin wollten wir unbedingt in der Ausstellung haben. Sechs Monate haben wir versucht, den Fotografen aus China zu erreichen“, sagt Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin des Gasometers. Geplant hat diese Ausstellung noch der 2019 verstorbene Ausstellungsmacher Peter Pachnicke. Sein Ex-Student und Assistent, Thomas Wolf, hat mit einem Team die Bilder aus Zehntausenden von Fotografien ausgewählt. „Allein ich habe mindestens 50.000 Bilder gesichtet“, sagt Schmitz.

Auf der zweiten Ausstellungsebene schockieren Bilder von Umweltsünden

Auf der zweiten Ausstellungsebene sind Fotos von Umweltsünden des mit knapp acht Milliarden Menschen zum Teil dicht besiedelten Planeten zu sehen.

Aufnahmen von einem schmelzenden Gletscher mit Pinguinen, die bald ihre Heimat verlieren, von einer Känguruh-Mutter, die im abgebrannten Wald Nahrung sucht, oder von einem mit Menschenmassen überfüllten Markt in Nigeria sowie von einem Trophäensammler, der sich in den USA mit ausgestopften Bären und Leoparden umgibt, zeigen, welche Schäden der Mensch an der Natur verursacht.

Fotos von der Emscher am Gasometer, vor und nach der Renaturierung, zeigen das Gegenteil: einen geretteten Teil des Paradieses.

Über die Autorin
Kultur-Redaktion
Julia Gaß begleitet und beobachtet seit 35 Jahren für die Zeitung das Kulturleben in Dortmund und in der Region.
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