Wer hat die imposanteste Waffe gegen Zombies? Vanderohe (Omari Hardwick) greift zur Motorsäge. © CLAY ENOS/NETFLIX
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„Army of the Dead“ zeigt das große Zombie-Meucheln von Las Vegas

Auf Netflix: Zack Snyders „Army Of The Dead“ ist eine blutig-banale Schlachtplatte.

72 Millionen Aufrufe in wenigen Tagen machen „Army Of The Dead“ zu einem der größten Netflix-Hits überhaupt. Wer solch Zombie-Entertainment von Zack Snyder anschaut, erwartet Action in cooler Optik und wohl kaum eine Meta-Ebene, wie manche sie George A. Romeros Zombie-Klassikern andichten.

Beißwütiger Hulk

Hintersinn und Tiefe spielen bei „Army Of The Dead“ absolut keine Rolle. Der Film dauert 140 Minuten, ein sechsminütiger Prolog stellt die Weichen für das, was kommt: Ein Militärkonvoi baut einen Unfall, ein Container kracht auf die Straße. Heraus springt ein beißwütiger Hulk, der alle umbringt und dann vor den Lichtern einer Stadt steht.

„Viva Las Vegas“ ist das erste Lied des Soundtracks, zu dem zombiefizierte Stripperinnen durchs Casino toben. Sie schnappen nach den Gästen, nach dem Liberace-Klon am Klavier. Weil Gebissene zu Zombies werden, ist ganz Las Vegas bald in der Hand der Bestien. Untote Elvis-Doubles wüten auf dem Strip, bis sie Innereien spritzend in der Motorsäge zappeln – willkommen in Zack Snyders Achterbahn aus Horrorschocks und Humor für Hartgesottene.

Die Stadt wird abgeriegelt, Überlebende müssen in Quarantäne. Wer würde schon freiwillig in die Zombie-Zone gehen? Keiner außer Scott (Dave Bautista), dem man 50 Millionen Dollar verspricht, wenn er den Tresor eines Casinos leert. Scott sucht sich ein Team und einen Safeknacker (Matthias Schweighöfer als blonder Dieter), und los geht es.

Rififi mit Zombies – darauf muss man erstmal kommen. Wobei der Plot so dünn ist, dass man besser nicht darüber nachdenkt. Der Film tut einiges, damit keine Grübelei aufkommt: Auftritt des „Zombiefürsten“ und des Zombie-Tigers (hallo Siegfried & Roy!). Große Meuchelei, Kopfschüsse am laufenden Band.

Solide Action

Gut designte Grunzmonster sorgen für Nervenflattern, die Action ist eher solide als spektakulär. Fürs Auge geht die Rechnung also auf. Aber: Die Figuren sind Skizzen, die Dialoge Schablonen, der Witz klemmt. Und die Handlung ist bloß Vorwand für eine Schlachtplatte, so blutig wie banal.

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Kultur-Redaktion
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