Die Ausstellung zu Ruth Baumgarte sollte eigentlich vom 15. November 2020 bis zum 21. Februar 2021 im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen sein. © Torsten Tullius
Malerin

Ausstellung zu Ruth Baumgarte im MKK fällt Corona zum Opfer

Die Schau „Ruth Baumgarte“ in Dortmund fällt komplett der Pandemie zum Opfer. Sie konnte nicht öffnen und wird abgebaut. Museumsdirektor Jens Stöcker hat trotzdem eine Lösung gefunden.

Werde, die du bist!“ Unter diesem Titel sollte die Ausstellung „Ruth Baumgarte – Lebenskunst“ eigentlich am 15. November 2020 im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) eröffnen. Doch schon Anfang November schlug die Pandemie zu: harter Lockdown. An diesem Sonntag, 21. Februar 2021, muss die Ausstellung jetzt schließen, ohne dass sie jemand gesehen hat – Kunst als Corona-Opfer.

„Traurig für alle Beteiligten“, sagte Jens Stöcker als Direktor des MKK auf Anfrage. Neben den Museumsfachleuten hatten nur wenige Pressevertreter die Schau unter strengsten Bedingungen anschauen können. Die erste Retrospektive von Ruth Baumgarte (1923-2013) zeige „ein Gesamtwerk, das so weitestgehend unbekannt ist“, schrieb unsere Zeitung – eine Wiederentdeckung also.

Die Kosten für die Schau, die nie zu sehen war, bewegen sich im höheren fünfstelligen Bereich, deutet Stöcker an.

Bilder gehen nach Bielefeld

Nun gehen die Bilder an den Leihgeber, die Ruth-Baumgarte-Stiftung in Bielefeld, zurück. „Wir haben nicht genug Lagerfläche“, so Jens Stöcker. Denn das ist die gute Nachricht in dieser bitteren Situation: Das Museum will die Schau von März bis Juni 2022 noch einmal zeigen.

Eckhart Gillen war Kurator der Baumgarte-Ausstellung.
Eckhart Gillen war Kurator der Baumgarte-Ausstellung. Auf Youtube kann man eine Online-Führung zur Ausstellung mit ihm sehen. © Torsten Tillius © Torsten Tillius

„Wir halten die Ausstellung für wichtig“, betont Stöcker. „Und wir müssen alternative Wege gehen.“ Dafür wird es eine andere Schau nicht geben, denn das Museum muss die Kosten in selber Höhe noch einmal aufbringen.

Möbel, Skulpturen, Schmuck und Kleidungsstücke

Aber warum ließ sich die Präsentation nicht verlängern? Das hatte das Museum schon im November gegenüber der Presse ausgeschlossen. Vom 10. April bis 27. Juni schließt sich nämlich die Ausstellung „Manufactum“ an, die „30. Landesausstellung zur Ermittlung des Staatspreises für Kunsthandwerk NRW“ mit zahlreichen Beteiligten.

Viele kreative Profis liefern gerade ihre schönsten kunsthandwerklichen Arbeiten in Dortmund an, mit denen sie sich um den Staatspreis bewerben. Wie immer werden originelle Möbel, Skulpturen, Schmuck und Kleidungsstücke dabei sein. Die Ausstellung gilt als sehr wichtig, weil sie in Corona-Zeiten Kunsthandwerker unterstützt und eventuell mit interessierten Käufern zusammenbringt.

Sechs wichtige Staatspreise

Die neue Schau muss frühzeitig aufgebaut sein, damit alle Jury-Mitglieder die Exponate an Einzelterminen in Augenschein nehmen und sich auf die Vergabe der sechs Staatspreise einigen kann. Die Auszeichnungen werden in einem Festakt am 24. April vergeben – wenn Corona es möglich macht. Die Schau findet alle zwei Jahre statt, die Preise sind mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. 2019 hatte die Dortmunder Schmuckdesignerin Andrea Schmidt einen Staatspreis erhalten.

Auf der Seite der Baumgarte-Stiftung gibt es übrigens Saalbilder aus Dortmund und einen Online-Katalog. Auf Youtube wartet eine Online-Führung mit Kurator Eckhart Gillen, die unter dem Suchbegriff Ruth Baumgarte zu finden ist. Ein Katalog ist im Hirmer Verlag erschienen (34,90 Euro).

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Kultur-Redaktion
Kultur ist eine Reise ins Abenteuer, und ich verstehe mich als Ihr Reiseführer. Welche Ausstellung in der Region ist super? Vor welchem Theaterstück muss ich warnen? Da nützt ein Magisterabschluss in Germanistik und Kunstgeschichte von der Ruhr-Uni Bochum nur bedingt. Mir hilft mehr, dass ich seit 1990 Journalistin und ein 1963 in Essen geborener Ruhrgebiets-Fan bin. Mein Ziel: Dass Sie mit unseren Tipps ihre Freizeit gut gestalten.
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Bettina Jäger

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