Hier sieht man, warum Loki (Tom Hiddleston, M.) auch als Gott des Schabernacks gilt, immer ein Grinsen um den Mund. Seine spitzbübische Ader kommt in der neuen Disney-Serie gut zum Tragen. © Marvel Studios
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Ein Gott wälzt Akten in der Disney-Serie „Loki“

Tom Hiddlestons „Loki“ ist eine der beliebtesten Figuren im Marvel-Kosmos um die Avengers. Bei Disney+ wird der einst Allmächtige Gott der vielen Gesichter zum kleinen Sachbearbeiter.

Das hätte Loki, einer von Asgards Göttern, sich nicht träumen lassen: Dass er nämlich seine Allmacht und Kräfte verliert und wie ein kleiner Sachbearbeiter Akten wälzt und Bürodienst schiebt. „Das ist lächerlich und absurd“, wehrt sich sein aufgeplustertes Ego, aber Loki (Tom Hiddleston) arbeitet jetzt unter Mobius (Owen Wilson) im Dienst einer Behörde, die alle Zeitströme in der Galaxis kontrolliert…

Disneys neue Serie „Loki“ (Chefautor: Michael Waldron, Regie: Kate Herron) knüpft an „Avengers: Endgame“ an, dessen Finale in der ersten Episode noch einmal aufgefrischt wird. Dort plante Loki den Untergang New Yorks, wurde aber festgesetzt. Im Tumult fiel ihm ein magischer Würfel vor die Füße, dann war er spurlos verschwunden – wohin?

Portale für Zeitreisende

In die Wüste Gobi, wie die erste von sechs neuen Episoden zeigt, die immer mittwochs bei Disney+ abzurufen sind. Vor den Augen perplexer Mongolen tun sich Zeitreise-Portale auf. Soldaten treten heraus, verhaften Loki und reisen wieder ab.

Und dann steht der Häftling in der wichtigsten Agentur des Universums. Die „Time Variance Authority“, (Zeitvarianten-Behörde) ist ein bürokratischer Moloch, der verhindert, dass die heilige Ordnung getrennter Zeitachsen ins Chaos stürzt. Marvels Comic-Kosmos macht in „Loki“ und künftigen Serien einem „Multiversum“ Platz, wo Figuren sich in mehreren Sphären tummeln und diverse Inkarnationen haben.

Wir wollen die Pseudo-Wissenschaft um Raum und Zeit nicht übertreiben, doch hat Loki seinen Tod nicht hinter sich, zerquetscht von einem Titanen? Trotzdem flucht er nun putzmunter über die Bürokratenhölle, in der er steckt. Paragrafenreiter belästigen den Gott mit Fragebögen, er zieht Tickets und wartet auf den nächsten verfügbaren Mitarbeiter.

„Ich fasse es nicht. Das soll die Schaltzentrale des Universums sein? Wissen Sie eigentlich, wer ich bin?“ Verhör-Spezialist Mobius ist wenig beeindruckt. Solche Szenen zwischen Tom Hiddleston und Owen Wilson geben der ersten „Loki“-Episode den erfrischenden komödiantischen Touch.

Die Behörde mit ihren endlosen Büro-Fluchten, muffligen Sekretärinnen und antiquierter Telefon-Technik erinnert an die kafkaeske Atmosphäre in Terry Gilliams‘ „Brazil“. Auch darin liegt einiges an Komik. Prahlhans Loki und sein Chef werden bald detektivisch tätig: Sie müssen einen Attentäter fangen, der durch die Zeit springt und die entsandten Sicherheitskräfte massakriert.

Auf nach Pompeji

Die zweite Episode geht auf Krimi-Kurs. Loki und Mobius reisen ins römische Pompeji und ins Jahr 2050. Wo Katastrophen lauern, ist auch der gesuchte Mörder – etwa ein zweiter Loki?

Die Spannung zieht deutlich an. Wer steckt unter der Kapuze? Welche Absichten verfolgt der Finsterling? Welchen Plan hat der Trickser Loki, der sich so handzahm gibt? Der Cliffhanger in Folge zwei schürt große Erwartungen und unsere Vorfreude auf kommende Episoden. Sehenswert.

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