Patricia (Nikki Amuka-Bird) und Jarin (Ken Leung) sind am Strand gefangen. © Universal Pictures
Kino

M. Night Shyamalan will mit „Old“ an seine alten Mystery-Hits anknüpfen

Anfang der 2000er-Jahre war Regisseur M. Night Shyamalan der Zampano des Mysterien-Kinos. Ab 29. Juli läuft mit „Old“ sein neuer Film im Kino. Kann er damit an seinen früheren Erfolg anknüpfen?

„Willkommen in unserer Version des Paradieses“, begrüßt der Hotel-Manager die neuen Gäste. Die Ferienanlage (wohl auf Hawaii) sieht traumhaft aus, doch für manche Besucher wird der Urlaub zum Albtraum. Der beginnt harmlos, als Prisca (Vicky Krieps), Guy (Gael Garcia Bernal) und ihre Kinder einen Ausflug zu einer malerischen Bucht machen. So startet „Old“, der neue Film von M. Night Shyamalan, der nach seinem Hit „The Sixth Sense“ (1999) und nach „Unbreakable“ (2000) ein gefeierter Darling der Traumfabrik wurde.

In „Old“ wird alter Comic-Stoff adaptiert

Für kurze Zeit war Shyamalan der große Zampano des Mysterien-Kinos, dann wurden die Filme schlechter („The Village“, 2004), und die Magie war dahin („The Happening“, 2008). Ob der Mann mit „Old“ (ab 29. Juli im Kino) wieder in die Erfolgsspur findet, darf man bezweifeln.

Shyamalan (auch Drehbuch) adaptiert einen philosophisch angehauchten Comic-Stoff, den er mit Schock-Injektionen auf das Format eines Dramas stemmen will. Der Traumstrand, den die Urlauber betreten, entpuppt sich als Mausefalle. Man kann ihn nicht verlassen.

In „Old“ altern die Menschen im Eiltempo

Wer es versucht, bricht ohnmächtig zusammen. Das eigentliche Grauen des Ortes liegt darin, dass die Zeit verrückt spielt. Die Menschen altern rasend schnell, ihre Uhr läuft ab. Eine Stunde am Strand entspricht zwei Lebensjahren, der Sechsjährige sieht plötzlich aus wie ein Zehnjähriger.

Betrachtungen zur Vergänglichkeit ergeben keinen Thriller, also spielt der Film mit krausen Zeitraffer- und Horror-Ideen. Im Eiltempo wölbt sich der Bauch einer Schwangeren. Ein rasant wachsender Tumor muss entfernt werden. Knochenbrüche wachsen bizarr zusammen. Ein mental Gestörter läuft Amok, es gibt Tote.

Diese Momente, wo die Musik zum Alarmmodus wechselt, wirken aufgepfropft, der Erzählatem ist zerfahren, nicht organisch. Die Figuren bleiben uns fremd, das Setting eines zynischen Experimentes ist völliger Humbug. Das hätte immerhin ein Fest für die Maskenbildner werden können, nicht mal das löst der Film ein. Enttäuschend.

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Kultur-Redaktion
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