Harp (Damson Idris, l.) und Captain Leo (Anthony Mackie, „Avengers“) machen sich bereit für ihre Mission. © Jonathan Prime / Netflix
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Neu auf Netflix: Bei „Outside The Wire“ kämpfen Superkrieger und Sesselpupser

Es herrscht Drohnenkrieg und mittendrin befindet sich ein Cyborg: Beim Netflix-Film „Outside The Wire“ mit Avengers-Star Anthony Mackie paart sich Science-Fiction mit Militär-Action.

Der Film spielt in der Zukunft des Jahres 2036, am Luftkrieg der Amerikaner hat sich wenig geändert. Drohnenlenker hocken bequem im Warmen, mümmeln Gummibärchen und feuern wie im Videospiel Raketen ab. Der Netflix-Film „Outside The Wire“ zeigt zu Beginn den Krieg der Sesselpupser, die per Joystick den Tod bringen.

Aber dann wird Lieutenant Harp (Damson Idris) strafversetzt. In der Ukraine, wo ein Bürgerkrieg tobt, lernt der Drohnenpilot Amerikas neueste Hightech-Waffe kennen: Den Cyborg Captain Leo (Anthony Mackie), äußerlich ein Mensch, doch mit elektromechanischen Innereien. Diese Menschmaschine ist ein Supersoldat von überragenden Fähigkeiten, aber auch geistiger Beweglichkeit, wie wir noch sehen werden.

Himmelfahrtskommando

Zwischen pro-russischen Milizen und ukrainischen Truppen sind die Amerikaner auf einer Friedensmission, denn außerhalb ihres Drahtzauns gibt es täglich Tote. Harp und Leo sollen einen Warlord stellen, der seine Hand nach atomaren Sprengköpfen ausstreckt. Zu zweit gehen sie auf ein Himmelfahrtskommando hinter feindlichen Linien. „Jetzt sehen Sie Ihre Arbeit mal aus nächster Nähe“, hört der Drohnenpilot von den „Frontschweinen“.

Da wird auch Kritik laut an Amerikas Luftschlägen aus der Distanz und der Inkaufnahme ziviler Opfer. Als Kommentar zum Drohnenkrieg etwa in Pakistan taugt der Filme von Mikael Hafström aber nur bedingt – weil er weder Pentagon noch Politik adressiert, sondern seinen Blick auf die kämpfende Truppe verengt und einen Konflikt in fiktiver Zukunft ausmalt.

Die Luft wird bleihaltig

Die kritischen Töne versenden sich, wenn die Luft bleihaltig wird, und die Inszenierung in militärischer Hurra-Action macht. Roboter-Soldaten schießen auf Milizionäre. Captain Leo absolviert einen Todesparcours à la „John Wick“, Kriegs- und Antikriegsfilm sind dann dasselbe. Zwischendurch gibt es allerlei Elendsfolklore, rüde Macker-Dialoge, bemühte Ansätze einer Debatte über Menschlichkeit und Verantwortung.

Eine Kriegsfantasie aus der Zukunft, gekleidet in eine dünnes Moral-Mäntelchen.

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