Im Bus wird es bedrohlich, der Polizist hat alle Mühe, die revoltierenden Gefangenen in Schach zu halten. © Quim Vives / Netflix
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Neu bei Netflix: „Bajocero – Unter Null“ – Die schweren Jungs werden in ihrem Bus belagert

Der Thriller „Bojacero - Unter Null“ aus Spanien, der jetzt bei Netflix zu sehen ist, lebt von erkaufter Spannung. Die Kniffe kommen daher leider zu billig daher.

Ein Gefängnis in Spanien. Sechs schwere Jungs sollen bei Nacht und Nebel verlegt werden, Polizist Martin (Javier Gutiérrez) wird den Bus steuern. Hinten im Fahrzeug bewacht sein Kollege die Einzelzellen, vor dem Transporter fährt ein Wagen als Eskorte. Eigentlich ein Routinejob, bei dem nichts schiefgehen kann.

Damit ein Thriller draus wird, läuft so ziemlich alles aus dem Ruder. Der spanische Netflix-Film „Bajocero – Unter Null“ entwirft ein Szenario dicht am Kammerspiel, bei dem Martin und die Gefangenen in ihrer Blechbüchse von Bus belagert werden. Allerdings fehlt dem Angreifer ein Dosenöffner, er ist auf Hilfe von innen angewiesen. Solange der Polizist die Häftlinge in Schach hält, zieht die Sache sich hin.

Hinterhalt vorbereitet

Lange bleibt der Angreifer anonym, seine Motive nebulös. Wen will er befreien? Will er überhaupt jemanden befreien? Wir sehen, wie ein Mann den Hinterhalt vorbereitet und eine Nagelkette über die Straße legt.

Bei aller Planung bleibt er aber auf König Zufall angewiesen und den strapaziert der Film von Lluis Quilez über Gebühr: So fährt der Bus mit den Knackis über die wohl einsamste Landstraße der Welt. Kein Auto stört den Überfall, der weit mehr als eine Stunde dauert.

Zufällig im Funkloch

Rein zufällig herrscht vor Ort ein Funkloch, da kann der Polizist so viele Knöpfe drücken, wie er will. Während im Bus die Erregung steigt und die Temperatur gegen Null fällt, kommt draußen die Edgar Wallace-Nebelmaschine zum Einsatz und sorgt für etwas Gruselstimmung.

Na ja, das ist leidlich aufregend, aber die Spannung wird erkauft mit Ungereimtheiten und billigen Kniffen. Einer, den wir abgeschrieben hatten, läuft zu Action-Kokolores á la Sylvester Stallone auf. Mit Brutalität wird nicht gespart, doch amerikanischen Vorbildern kann der Film zu keiner Zeit das Wasser reichen.

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Kultur-Redaktion
Wie sagte "Mr. Chance": Ich gucke gern!
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