Sie waren Räuber, Händler und Entdecker: Eben haben Schiffe der Wikinger unbekanntes Gestade erreicht. Island ließen sie hinter sich, gelandet sind sie in Grönland, das ihnen auf Dauer kein Glück bringen wird. © Amazon Prime Video
Serie

Walhalla wartet schon – Letzte Staffel von „Vikings“ erscheint

Die irisch-kanadische Serie „Vikings“ hat sich zum Dauerbrenner gemausert. Sie erzählt vom Leben der Nordmänner, irgendwo zwischen Fakten und Fantasy-Saga. Jetzt gibt es das Finale zu sehen.

Es war eine lange Reise für Nordmänner und Serienmacher. In 89 Folgen und sechs Staffeln erzählt „Vikings“ vom Leben und Sterben blauäugiger Berserker, von Raubzügen, die die Wikinger nach England, Frankreich, Russland und ins Mittelmeer führen.

Der Überfall auf das Kloster Lindisfarne, die Belagerung von Paris, Schlachten auf englischem Boden sind historisch verbürgt. Wo die Chroniken vage bleiben, ist Raum für Gedankenspiel und Spekulation. Um die legendären Figuren des Wikingerhelden Ragnar Lodbrok und seiner Frau Lagertha schuf Michael Hirst (Autor aller Folgen) eine moderne Saga auf Basis der alten, ein „Game Of Thrones“ um Kampf, Mord und Heimtücke.

2013 erstmalig in Kanada ausgestrahlt, mauserte „Vikings“ sich zum Dauerbrenner. Es wird viel und blutig gestorben, überall raunt es „Walhalla“. Söhne übernahmen das Schwert ihrer Väter, Feindschaften wurden gepflegt oder geschlichtet.

Zwischen Metzeleien und Zeitlupen und atmosphärischen Landschaften

Nach der vierten Staffel nörgelten manche, die Serie böte nur die Wiederkehr des immer Gleichen, doch als Mittelalter-Panoramen und Ausstattungsschinken hatten die Filme ihre Meriten. Nicht anders ist es in den letzten zehn Folgen (neu bei Amazon Prime), die um vier Söhne des großen Ragnar kreisen. Björn (Alexander Ludwig) wurde im Kampf mit den Rus verletzt, in deren Aufgebot auch Ivar (Alex Högh Andersen) und Hvitserk (Marco Ilsö) stehen. Ubbe (Jordan Patrick Smith) segelt von Island gen Westen, wo er Grönland erreicht.

Kostüme, Bauten, Szenenbild können sich sehen lassen, die Tricks sind formidabel. Die Kamera fängt atmosphärische Landschaften ein, das Meer, das unwirtliche Grönland, die Wikinger-Siedlung am Fjord. In der Metzelei zwischen Rauschebärten und Sachsen kommen Zeitlupen zum Einsatz, die das Sterben wichtiger Figuren mit weihevoller Musik als Heldentod zelebrieren. Klingeling, Walhalla, ich komme!

Blonde Hünen treffen auf Rothäute

Nicht nur Männer beißen ins Gras – die Ära der Wikinger-Vagabunden samt Kriegerkult und Heldenmythen geht dem Ende entgegen. Thor und Odin blüht die Götterdämmerung, das Christentum ist auf dem Vormarsch.

Drei Handlungsstränge gibt es: Daheim wird um den Thron intrigiert. In Wessex geht es gegen König Alfred. Ein Häuflein flieht aus Grönland und entdeckt eine neue Welt. Dass Wikinger Amerika betraten, gilt als sicher. An diesem Punkt generiert die Serie prächtigstes Abenteuerflair, wenn blonde Hünen auf Rothäute treffen.

Neues Projekt schon geplant

Zeit für Merksprüche. „Die Welt ist wichtiger als wir. Wir sollten gut auf sie achten!“ Und wie sagt der Indianer: „Wir hießen euch willkommen, meinten aber nicht, dass ihr alles in Besitz nehmen dürft!“ „Vikings“ hat nicht den dramaturgischen Sog von „Game Of Thrones“, es hapert an der alles überwölbenden Gesamterzählung, doch spannend ist das allemal. – Michael Hirst hat mit „Valhalla“ ein neues Projekt in der Pipeline, das bei Netflix starten wird.

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Kultur-Redaktion
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