Calcium und Co.

Das berühmte Glas Milch für starke Knochen?

Für starke Knochen ist eine calciumreiche Ernährung allein nicht ausreichend. Auch ein anderer Nährstoff spielt hierbei eine wichtige Rolle.
Milch ist reich an Calcium. Doch für starke Knochen muss noch weiteres bei der Ernährung berücksichtigt werden. © Christin Klose/dpa

Stabile Knochen, die auch im Alter möglichst nicht brechen und von Osteoporose verschont bleiben: Das wünscht sich jede und jeder für den eigenen Körper. Der Weg dorthin scheint klar vorgezeichnet: Fleißig Milch, Quark und Käse auf den Speiseplan setzen – und fertig.

Schließlich sind es doch die Milchprodukte, die für stabile und gesunde Knochen ausschlaggebend sind. Oder?

Klar ist: Spricht man über stabile Knochen, kommt man an Calcium nicht vorbei. „Dieser Mineralstoff ist ein wesentlicher Bestandteil der Skelettmasse“, erklärt Prof. Diana Rubin, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM).

Rund 98 Prozent des Calciums im Körper sind in den Knochen gebunden – und tragen so kräftig zu deren Stabilität bei.

Ohne Vitamin D geht nichts

Doch auch wenn Calcium für die Knochenstabilität wichtig ist, der Mineralstoff braucht dabei Unterstützung: „Ohne Vitamin D kann Calcium nicht in die Knochen eingebaut werden“, sagt Prof. Achim Bub, Leiter des Studienzentrums für Humanernährung am Max Rubner-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel.

In den Sommermonaten bildet der Körper eine Vorstufe des Vitamins über die UV-Strahlung, die auf die Haut trifft. Auf diese Weise deckt der Körper einen Großteil des Vitamin-D-Bedarfs selbst. Auch Fisch, insbesondere fetter Seefisch wie Hering oder Lachs, liefert dem Körper Vitamin D.

Körperliche Fitness stärkt auch die Knochen

Neben Calcium und Vitamin D gibt es noch einen dritten Faktor für stabile Knochen: Bewegung. „Durch die körperliche Belastung entsteht im Körper eine gewisse Form von Stress“, sagt Bub. „Die Muskulatur und die Knochen bauen sich mit der Zeit weiter auf, um dieser Belastung gewachsen zu sein.“

Wie sollte eine knochenstärkende Ernährung aussehen?

Hier kommen verschiedene Lebensmittel ins Spiel – darunter auch Milchprodukte. Hartkäsesorten wie Parmesan und Emmentaler haben einen hohen Calciumgehalt von rund 350 Milligramm (mg) pro Scheibe.

Außerdem gibt es zahlreiche Gemüsesorten, die dem Körper Calcium liefern, darunter Grünkohl, Spinat, Rucola oder Broccoli.

Ein Glas Milch enthält etwa 240 mg Calcium. „Der Vorteil von Milch im Gegensatz zu Hartkäse ist aber natürlich, dass man davon mehr zu sich nehmen kann“, sagt Ernährungsmedizinerin Rubin.

Enthalten laktosefreie Alternativen automatisch weniger Calcium?

Nein! Viele pflanzliche Milchalternativen sind mit Calcium angereichert, sodass sich der Bedarf auch auf diesem Wege decken lässt.

Mineralwasser als Calciumlieferant

Oder man greift zur Wasserflasche: „Mineralwasser enthalten Calcium, das für den Körper ebenso gut verfügbar ist wie aus Milchprodukten“, erklärt Bub, der zum Einfluss von Lebensmitteln auf den Stoffwechsel forscht.

Zur Orientierung: Enthält ein Mineralwasser mehr als 300 mg Calcium pro Liter, gilt es als calciumreich.

Calcium in Wachstumsphasen besonders wichtig

„Im Kinder- und Jugendalter ist eine ausreichende Calciumversorgung besonders wichtig. In dieser Phase findet schließlich das stärkste Längenwachstum statt“, sagt Achim Bub. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren eine Zufuhr von 1200 mg Calcium täglich, Erwachsenen rät sie zu 1000 mg.

Auf die Kombination kommt es an

Fazit: Geht es um starke Knochen, ist klar, dass man auf die Kombination der Dinge setzen sollte, die dem Knochen gut tun. Also eine ausgewogene Ernährung mit verschiedenen Calcium-Quellen, eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und genug Bewegung im Alltag.

dpa

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