Kolumne

Floating: Kurz mal schwerelos

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal gehts um seine Erfahrung mit dem Wohlfühl-Trend Floating.
Beim Floating im Salzwasser fühlt man sich schwerelos. Das wirkt total entspannend. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Also diese Überraschung ist ihr geglückt. Schon die ganze letzte Woche sagte meine Freundin mehrmals täglich, dass sie am Sonntag eine Überraschung für mich parat hätte. Tagelang rätselte ich vor mich hin, worum es sich dabei wohl handeln könnte. Fahrradtour mit Picknick? Eine neue Wanderroute ausprobieren? Pustekuchen! Es ging für uns beide zum Floating.

Floating: Was ist das eigentlich?

100 Punkte dafür, denn ich wollte Floating schon immer mal ausprobieren. Bei diesem Entspannungsverfahren schwebt man an der Oberfläche einer nahezu gesättigten Lösung aus Wasser und Salz. Das Gewicht des eigenen Körpers wird für die Dauer im Becken nicht mehr wahrgenommen.

Entscheidend für das Gefühl der Schwerelosigkeit ist auch die Temperatur. Wasser- und Umgebungstemperatur betragen rund 35 Grad. Das entspricht der Außenhauttemperatur. Somit empfindet man weder Kälte noch Wärme und gleitet einfach nur so dahin. Es heißt, die Grenzen des Körpers würden beim Floating aufgelöst. Spannend.

Raus aus dem Alltag, rein ins Floating-Becken

Im Wellness-Tempel angekommen, mussten wir erst mal eine Checkliste abarbeiten. Wir wurden über mögliche Risiken aufgeklärt, mussten bestätigen, dass wir keine bewusstseinsveränderten Substanzen zu uns genommen hatten. Alles recht bürokratisch, aber später sollten wir wissen, wieso.

Dann wurden uns unsere Räumlichkeiten für die nächsten Stunden gezeigt. Dusche, WC, Waschbecken und das begehrte Floating-Becken in einem separaten Raum. Also: Raus aus den Klamotten, ab unter die Brause und rein in die Schwerelosigkeit. Halt! Nicht so schnell. Vorher musste das Becken noch erklärt werden: Hier ist der Lichtschalter, da der An-Aus-Knopf für Musik, dort der Panikknopf – für den Fall der Fälle.

Floating entspannt

Jetzt aber! Wir stiegen ins Becken, legten den Kopf in einen Schaumstoffring. Die Spannung stieg ins Unermessliche. Denn ein paar Minuten später sollten das Licht und die Musik abgeschaltet werden, das Floating beginnen. Und so wars dann auch: Zack, totale Stille, absolute Dunkelheit.

Erst mal ist das ungewohnt. Im Alltag herrscht Reizüberflutung. Wir denken, nehmen wahr, reflektieren. Im Floatingbecken fehlen die Sinneneindrücke, die unser Oberstübchen sonst so sehr beanspruchen. Doch genau darum gehts: Beim Floating werden Körper und Geist entlastet.

Fehlende Sinneseindrücke

Um den erwünschten meditativen Effekt zu erzielen, braucht es etwas Geduld. Unser Gehirn möchte arbeiten, darf es aber nicht mehr und meldet sich deshalb in den ersten zehn Minuten ziemlich lautstark zu Wort. Doch das geht vorbei.

Plötzlich ist man einfach nur noch da. Ich bemerkte, dass ich gar nicht mehr feststellen konnte, wo das Wasser anfing und wo im Becken ich mich gerade befand. Auch ertappte ich mich wieder bei dem Gedanken „Hey, ich denke ja gar nicht mehr!“.

Floating: Einfach mal ausprobieren

Wieso so oft bei Wellness-Anwendungen, war auch das Floating dann irgendwie viel zu schnell vorbei. Trotzdem: Wir waren tiefenentspannt. Und total begeistert vom Schweben im Salzwasser. Also: Floating, eine klare Empfehlung.

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