Kolumne

Ode an die Akupressurmatte

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es um Akkupressurmatten und ihre wohltuenden spitzen Noppen.
Sieht schmerzhaft aus, tut aber saugut: Leben-Redakteur hat sich Hals über Kopf in seine neue Akupressurmatte verliebt. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Es muss an meinem gekrümmten Gang und dem schmerzverzerrten Gesicht gelegen haben… Vor ein paar Wochen bekam ich eine Akupressurmatte geschenkt. Sie misst etwa 30 mal 60 Zentimeter und ist übersät mit kleinen, runden, stacheligen Plastikplättchen. Helfen soll sie bei Rückenschmerzen, Nackenproblemen, innerer Unruhe und Entspannung. Also genau in den Bereichen, in denen ich wirklich Hilfe nötig habe.

Wie verwendet man eine Akupressurmatte?

Anfangs war ich skeptisch. Das lag vielleicht daran, dass mir ständig Werbung solcher Matten in den sozialen Medien aufgetischt wurde. Einfach mit freiem Oberkörper drauflegen – oder bloßen Füßen draufstellen – und schon soll die Matte Wunder wirken. Kann das funktionieren? Für mich klang das nach Hokuspokus.

Anfängern wird die Liegeposition empfohlen, am besten erst mal für ein paar Minuten, um sich an das Gefühl zu gewöhnen. Klar, man verwandelt sich irgendwie in einen Fakir auf dem Nagelbrett. Ich stellte mir schon beim Auspacken die Frage: Ist die Matte nur etwas für hartgesottene Masochisten?

Was bringt eine Akupressurmatte?

Ich traute mich letztlich dann doch und hielt mich bei meiner ersten Sitzung an die Dauer von 20 Minuten. Diese wurde in der Anleitung, die der Akupressurmatte beilag, empfohlen. Und entsprechend meiner Erwartung fühlte sich die ganze Nummer auch erst mal ziemlich unangenehm an.

Erst mal. Denn schon nach wenigen Minuten setzte tatsächlich ein Gefühl von Entspannung ein. Die Matte soll Mithilfe der feinen Nadeln Triggerpunkte auf den Energiebahnen aktivieren. Außerdem, so das Werbeversprechen, wird die Durchblutung angeregt, die Haut stimuliert, Glückshormone ausgeschüttet und Selbstheilungsprozesse beschleunigt.

Mein Fazit zur Akupressurmatte

Die Forschung erweist sich im Hinblick auf dieses doch etwas esoterische Thema allerdings mal wieder als Spielverderber. Denn die Studienlage zur Wirksamkeit der Matten fällt bisher noch etwas mau aus. Kleiner Lichtblick: Zumindest in einer Studie in den USA im Jahr 2012 zeigte sich, dass die Probanden, die an chronischen Nackenschmerzen litten, tatsächlich weniger Schmerzen verspürten, nachdem sie auf der Matte lagen.

Reicht mir. Denn ich bin begeistert. Nach einem langem Tag am Rechner freue ich mich schon darauf, abends eine Runde auf der Matte zu entspannen. Auch, wenn man es in Kauf nehmen muss, danach eine gewisse Zeit lang wie ein Schweizer Käse auszusehen.

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