Pflanzlichen Beruhigungsmittel Es fehlen Nachweise

Pflanzliche Beruhigungsmittel
Auf pflanzliche Beruhigungsmittel sollte man sich nicht verlassen, wenn man sich angespannt fühlt. Entspannungstechniken können innere Unruhe wirksamer verringern. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
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Mehr Gelassenheit im stressigen Alltag finden: Dieses Bedürfnis vieler Menschen wollen Hersteller von rezeptfreien Beruhigungsmitteln stillen. Präparate mit Baldrian, Lavendelöl oder Passionsblumenextrakt sollen die innere Anspannung verringern. Ihre Wirkung ist allerdings meist nicht ausreichend belegt. Zu diesem Fazit kommt die Stiftung Warentest, die 25 Mittel unter die Lupe genommen und wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit ausgewertet hat (Ausgabe 6/2023).

Lavendelöl kann allergische Reaktionen auslösen

Zwar gebe es etwa bei Lavendelöl erste positive Hinweise, dass es innere Unruhe dämpfen könne. Doch die Daten reichen laut den Warentestern nicht aus, um eine therapeutische Wirksamkeit zu belegen. Ebenfalls gut zu wissen: Lavendelöl kann Aufstoßen und Übelkeit sowie schwere allergische Reaktionen auslösen.

Wer auf pflanzliche Beruhigungsmittel setzen will, sollte nach Einschätzung von Stiftung Warentest am ehesten zu Baldrian greifen. Genauer gesagt: zu Mitteln, die einen Baldrianwurzel-Extrakt enthalten. Denn nur für diese Präparate konnten Studien zeigen, dass sie Unruhe verringern können.

Gelassenheit gibt es nicht als Arznei

Generell gilt: Wer innere Unruhe erlebt, verlässt sich besser nicht auf die pflanzlichen Helfer – sondern sollte sich genug Pausen und Entspannung in den Alltag holen. Denn: „Gelassenheit gibt es nicht als Arznei“, schreiben die Warentester.

dpa