Kolumne

Ein bisschen Kraft und ein bisschen Mut

"Man kommt schnell ins Schwitzen und ist aus der Puste – aber Spaß macht es auf jeden Fall." So fasst Annika Makowka in ihrer Besser leben-Kolumne ihren ersten Kletterwald-Parkour zusammen.
Beim Klettern kommt es auf Ausdauer, Koordination, Balance und Kraft an – aber vor allem darauf, dass es richtig Spaß macht. Annika Makowka erzählt in ihrer Kolumne in diese Woche von ihrem Besuch im Kletterwald. © Adobe Stock/Makowka

Ich stehe auf dem Podest auf 12 Meter Höhe und so langsam drängt sich mir der Gedanke auf: „Vielleicht war das mit dem Fortgeschrittenen-Parkour doch nicht so ’ne gute Idee…“. Der Guide im Kletterpark grinst nur frech, klinkt den Karabiner-Haken an meinem Geschirr ein und meint: „Soll ich dich schubsen?“. In dem Moment finde ich doch meinen Mut wieder, schüttle den Kopf und springe einfach.

War doch gar nicht so schlimm, immerhin bin ich auf einer weichen Matte gelandet, an mir ist noch alles dran und ich bin stolz, dass ich mich wirklich getraut habe.

Beim Klettern langsam steigern

Aber zurück auf Anfang: Ich war vor einiger Zeit zum ersten Mal in einem Kletterwald. Nach einer gründlichen Einführung in Sicherungstechniken und Parkour-Aufbau ging es auch schon los: Erstmal ganz in Ruhe den kurzen Testparkour absolvieren und dann mit einer leichten Anfängerstrecke starten. Sieht bei den Kindern vor mir eigentlich ganz easy aus. Doch auch bei dem ersten Parkour gerate ich schon ordentlich ins Schwitzen.

Der Kletterwald fordert Ausdauer, Muskelkraft und Mut

Beim Acht-Meter-Partner-Parkour merke ich dann, wie schlecht meine Kondition ist und fühle mich ans Seil hochklettern in der achten Klasse zurückversetzt. Die Muskeln fangen an, ein wenig zu brennen, der Rucksack mit meiner Trinkflasche steht viel zu weit weg und ich habe einen knallroten Kopf.

Und gleichzeitig macht es wahnsinnig viel Spaß – nicht zuletzt weil meine Freundin Alina und ich irgendwann aus dem Gleichgewicht geraten und uns beide lachend wie zwei Äffchen an einem Seil festklammern.

Eigene Grenzen überwinden und den Absprung wagen

Jetzt hat uns der Ehrgeiz gepackt: Kaum wieder unten angekommen und ein wenig ausgeruht, werfen wir einen Blick auf den höchsten, nämlich den 12-Meter-Kletterparkour und entschließen kurzerhand, dass wir das jetzt jawohl auch noch schaffen.

Schon nach dem Aufstieg über eine Sprossenleiter bis zur ersten Plattform bin ich fix und fertig. Immer schön einen Schritt nach dem anderen machen – und bloß nicht nach unten schauen. Denn 12 Meter sind tatsächlich höher, als ich es vorher gedacht hätte. Und nach einem halben Tag im Kletterwald verlässt mich meine Kraft so langsam.

Aber hey, so weit ist es doch gar nicht mehr. Nach einer gefühlten Ewigkeit entdecke ich die allerletzte Plattform inklusive Kletter-Guide, der mich zu einem Sprung mit einem kurzen Bungee-Seil überreden möchte. Und auch wenn alles in mir schreit: „Sag mal, hast du sie noch alle? Da willst du runterspringen?“, traue ich mich. Und bin stolz wie Bolle, dass ich meine Angst überwunden habe.

Das nehme ich auch als Fazit vom Kletterwald mit: Man lernt seine eigenen Grenzen kennen und lernt, sie zu überwinden. Man lernt, auf seine eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Und: Mit Freunden machen solche Herausforderungen außerdem gleich doppelt so viel Spaß.

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