Kolumne

Ganzkörpertraining mit Pilates – kleine Bewegungen, große Wirkung

Es muss nicht immer schweißtreibendes Training sein, um den Körper fit zu halten – das zeigt die Sportart Pilates, also hat Alina Jacobs sich mal daran versucht.
Kann man von Pilates eigentlich Muskelkater bekommen? Alina Jacobs hat es ausprobiert und erzählt in ihrer Kolumne von ihren Erfahrungen. © Adobe Stock/Makowka

Das Wetter bot die perfekte Ausrede, es mit dem Joggen mal sein zu lassen und nach der Arbeit hatte ich auch keine Energie mehr für ein 40 Minuten HIIT Workout. Kurz überlegt, es dann mit dem Sport ganz sein zu lassen, da wurde mir ein 20 – minütiges Pilates Video vorgeschlagen. „Ist ja quasi Yoga“ denke ich mir und rolle die Matte im Wohnzimmer aus.

Der Unterschied von Pilates zu Yoga

Die Verbindung zu Yoga haben viele, wenn sie an Pilates denken, allerdings gibt es neben dem geschichtlichen Hintergrund noch andere Unterschiede. Yoga entstand vor Tausenden von Jahren in Indien, man fokussiert sich auf den Geist und auf die Atmung, die Übungen werden hier lange gehalten.

Pilates wurde erst 1927 in New York etabliert und konzentriert sich ebenfalls auf die Atmung, da hört es mit den Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Man wiederholt Übungen, die gezielt Muskelpartien trainieren und die dann in der Kombination des Atmens vor allem das sogenannte Powerhouse stärken. Also die Muskeln rund um die Wirbelsäule, den Beckenboden und Bauch. Muskelkater hatte ich am nächsten Tag trotzdem am ganzen Körper.

Hier ist aller Anfang einfach

Wer mit Pilates anfangen möchte, braucht nicht unbedingt direkt in einen Kurs gehen, es gibt unzählige Videos für Anfänger bis Fortgeschrittene auf YouTube, denen man ohne Fragezeichen auf der Stirn folgen kann. Wenn man Glück hat, liegt die Fitnessmatte sogar noch zuhause rum und dann kann man direkt starten.

Wie bei fast jeder Sportart lohnt es sich auch hier, sich vorher aufzuwärmen. Schon im Aufwärmprogramm fällt mir eine Besonderheit auf. Denn ein großer Bestandteil ist es, seine Bewegungen mit der „Pilates – Atmung“ zu synchronisieren, die Atmung gibt dann in der eigentlichen Pilates- Session auch das persönliche Tempo an.

Die Bewegungen sind einfach und sollen die Muskeln lockern: Kopf nach links und rechts, Arme um die Schultern kreisen lassen, Beine an den Oberkörper ziehen und wieder wegdrücken.

Kleine Bewegungen darf man nicht unterschätzen

Dann geht es ans Eingemachte: Die Bewegungen sind nicht kompliziert und trotzdem werden Muskeln aktiv, die mir noch gar nicht bekannt waren. Vor allem dadurch, dass man in den Brustkorb atmet und versuchen soll, die Hüften und den unteren Bauch so ruhig wie möglich zu halten, führt man bereits bekannte Bewegungen ganz anders aus, wie z.B. einfach aus dem Oberkörper in die Brückenposition zu gehen.

Vor allem nach stundenlangem Sitzen am Schreibtisch merkt man bei den Bewegungen, wie als angenehmer Nebeneffekt auch noch die Gelenke aus ihrer Starre kommen, wenn man die Schultern z.B. auf den Boden drücken soll, aber beide Knie nach links zu drehen versucht.

Ohne es zu bemerken stärkt man den Körper

Anders als nach anderen Sportarten bin ich nicht völlig fertig aus der Session gegangen, ich hatte nach dem ersten Programm direkt ein gutes Körpergefühl und war dazu auch noch entspannt. Umso überraschter war ich am nächsten Tag, als ich tatsächlich Muskelkater hatte, der bei anstrengenderen Workouts ausbleibt.

Der positive Nebeneffekt von Pilates ist nicht nur die Entspannung, sondern auch bessere Haltung, was ich jetzt, nach mehreren Programmen, bestätigen kann. Um es mit den Worten des Pilates- Erfinders, Joseph Hubertus Pilates, zu sagen: „Nach 10 Sessions fühlst du dich besser, nach 20 Sessions siehst du besser aus und nach 30 Sessions hast du einen komplett neuen Body.“

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