Kolumne

Schläft man bei Vollmond wirklich schlechter?

Redakteurin Annika Makowka liegt bei Vollmond oft die halbe Nacht wach oder träumt allerlei Verrücktes. Aber was ist dran an dem Mythos? Wirkt sich der Mond wirklich auf den Schlaf aus?
Viele Menschen sind "mondfühlig" und schlafen vor allem bei Vollmond auffallend schlecht. Doch hat der Mond tatsächlich etwas mit unserer Schlafqualität zu tun? © Adobe Stock/Makowka

Nächste Woche, um genau zu sein am 14. Juli, ist es wieder so weit: Dann steht der Vollmond am Himmel. Das heißt für mich, dass ich mich schon wieder auf einen unruhigen Schlaf, merkwürdige Träume und viele Wachphasen einstellen kann. Geht es Ihnen auch so?

Gibt es so etwas wie „Mondfühligkeit“ wirklich?

Es ist mir schon öfter aufgefallen: Rund um den Vollmond schlafe ich schlecht. Ich habe Probleme beim Einschlafen, wälze mich von rechts nach links oder habe derart skurrile Träume, dass sie aus der Feder eines Hollywood-Regisseurs stammen könnten. Mein Mann meint schon, dass es sich dabei um eine selbst erfüllende Prophezeiung handeln muss – demnach schlafe ich nur schlecht, weil ich WEISS, dass gerade Vollmond ist.

Höchste Zeit, sich mal mit der Frage zu beschäftigen: Gibt es so etwas wie „Mondfühligkeit“ wirklich?

Die Wissenschaft ist sich diesbezüglich anscheinend auch nicht einig. So gibt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München meinem Mann Recht: Sie legt nahe, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Mondphasen und der Schlafqualität gibt.

Hormone, Helligkeit und Schlafqualität

Gegenteiliges behaupten Forscher aus Basel – laut ihrer Studie scheint sich der Vollmond auf die Tiefschlafphase auszuwirken und hat die Probanden im Schnitt 20 Minuten ihrer Gesamtschlafdauer einbüßen lassen. Und auch die Blutkonzentration des Einschlafhormons Melatonin war rund um den Vollmond geringer. In der Theorie könnte das etwa daran liegen, dass der Vollmond mehr Licht abgibt und damit die Melatoninproduktion des Körpers stört.

Wie kann man den Schlaf bei Vollmond verbessern?

Ob es nun auf Fakten beruht oder alles nur Einbildung ist: Was kann man tun, damit man bei Vollmond (wieder) besser schläft? Ein paar Tipps:

  • Zimmer abdunkeln: Falls etwas dran ist an der Melatonin-Theorie könnte ein dunkleres, vor dem Mondlicht abgeschirmtes Schlafzimmer dabei helfen, wieder besser zu schlafen.
  • Mondphasen ignorieren: Wenn Sie wie ich an „Mondfühligkeit“ leiden, versuchen Sie, sich nicht allzu intensiv mit den Mondphasen zu beschäftigen. Wenn Sie etwa in der Nacht schlecht geschlafen haben, machen Sie sich auf die Suche nach anderen Ursachen. Haben Sie zum Beispiel am Abend zuvor Alkohol getrunken oder sehr viel gegessen? Auch das kann den Schlaf nämlich deutlich beeinträchtigen.
  • Warmes Bad/warme Dusche: Wer seine Körpertemperatur kurz vor dem Ins-Bett-gehen leicht erhöht, zum Beispiel durch eine warme Dusche oder ein warmes Bad, wird Schlafforschern zufolge schneller müde. Und das kann ja auch in einer Vollmondnacht nicht schaden.
  • Entspannungsübungen: Abends eine Runde Yoga oder Achtsamkeitsübungen einlegen und schon fällt das Einschlafen leichter. Ein positiver Nebeneffekt: Man baut Stress ab und tut somit auch noch etwas für seine Allgemeingesundheit.

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