380-kV-Leitung durch Stadtlohn und Legden: Geänderte Pläne liegen aus

Höchstspannungsleitung

Im Abschnitt bei Gescher stocken die Planungen für den Bau der 380-kV-Leitung von Amprion: Es geht um den Eingriff in die Landschaft. Die Pläne sind noch einmal zur Einsicht offen gelegt.

Legden, Stadtlohn

, 26.03.2021, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit einem HDD-Bohrer werden hier Vorarbeiten für die Schutzrohrverlegung durchgeführt.

In Legden laufen die Arbeiten für die 380kV-Leitung schon. Mit einem HDD-Bohrer werden hier Vorarbeiten für die Schutzrohrverlegung durchgeführt. © Laura Schulz-Gahmen

Ab sofort und noch bis zum 21. April können die Planunterlagen zum Neubau der 380-kV-Leitung für den Abschnitt von Nordvelen bis Legden Süd noch einmal eingesehen werden. Das Unternehmen Amprion musste nacharbeiten, was den Eingriff in die Landschaft und die Kompensationsmaßnahmen dafür angeht.

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„Als Ergebnis des bisherigen Anhörungsverfahrens wurden weitere Planänderungen und Planergänzungen notwendig“, teilte die Bezirksregierung mit, die die zuständige Behörde für die Baugenehmigung für die Höchstspannungsleitung ist. Dabei gehe es um die Neuberechnung des Ersatzgeldes für die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Trassenverlauf in Gescher steht noch nicht fest

Es müsse geklärt werden, ob der Eingriff in die Landschaft an anderer Stelle ausgeglichen werden könne, erläuterte Amprion-Projektleiter Jonas Knoop im Telefonat mit der Redaktion, was hinter dem Begriff „Ersatzgeld“ steckt. Anders als in Legden, wo schon an der Leitung gebaut wird, steht in Gescher noch nicht fest, wo die Trasse verläuft: Auf der Trasse der ehemaligen Leitung oder um Gescher herum, was auch die Stadt bevorzuge.

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Anders als in Legden, wo die Leitung als Erdkabel verlegt wird, ist in Gescher und auch Stadtlohn eine Freileitung geplant.

FFH-Gebiete Berkel und Liesner Wald im Blickpunkt

In der erneuten Auslage der Planunterlagen gehe es darüber hinaus auch um Details des Umweltberichts. So ist der artenschutzrechtlichen Fachbeitrag vollständig überarbeitet worden. Zudem sei die FFH-Verträglichkeitsuntersuchung für das FFH-Gebiet „Berkel“ vollständig überarbeitet und um eine FFH-Verträglichkeitsuntersuchung für das FFH-Gebiet „Liesner Wald“ ergänzt worden.

Die Auslegung der Planunterlagen erfolgt wegen der der Covid-19-Pandemie auch online auf der Internetseite der Bezirksregierung.

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Die Antragsunterlagen liegen zudem in den Rathäusern von Velen, Gescher, Stadtlohn und Legden zur Einsichtnahme aus. Einwendungen können sowohl bei den Kommunen als auch bei der Bezirksregierung Münster bis zum 5. Mai erhoben werden.

Das Bauvorhaben der Amprion GmbH hat in diesem Abschnitt eine Länge von etwa 15,3 Kilometern und dient als Transportleitung des an Nord- und Ostsee gewonnenen Windenergiestroms in die Ballungszentren im Süden der Bundesrepublik. In Legden sind die Bauarbeiten für das Erdkabel, das in 15 Metern Tiefe verlegt werden soll, seit Oktober vergangenen Jahres im Gange. Im Gewerbegebiet Neue Mühle/Am Bleikenkamp wird der Tunnelvortrieb vorbereitet. Nach Ostern soll der riesige Bohrer geliefert werden, mit dem der Tunnel ausgehoben wird, teilte Jonas Knoop mit.

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