Alfred Mennekes mit einem der Ventilatoren, der mit einer Isolationsplatte statt eines Fensters in jedem Klassenraum der Legdener Schulen montiert werden soll. Das macht das Lüften zu Corona-Zeiten effektiv. © Markus Gehring
Förderung vom Bund

80-Prozent-Förderung vom Bund: Lüftungssystem eines Legdeners erfolgreich

Als ehemaliger Tierarzt kennt sich Alfred Mennekes mit Lüftungen aus. Sein Lüftungssystem für Schulklassen hat den Bund überzeugt, festeingebaute Lüftungssysteme werden zu 80 Prozent gefördert.

Es ist noch nicht allzu lange her, da berichtete die Redaktion das erste Mal über die Lüftungsidee eines Legdeners. Das war im November 2020. Dr. Alfred Mennekes war früher Tierarzt und kennt sich mit Lüftungssystemen in Ställen aus. Sein Wissen hat er eingesetzt, um ein Lüftungssystem für Klassenräume zu entwickeln.

Nachdem die ersten Tests liefen, hatten auch Universitäten Interesse an dem vom ehemaligen Tierarzt entwickelten System. Das Max-Planck-Institut in Göttingen zeigte Interesse und auch die Technische Universität Mittelhessens erarbeitete Messungen und Tests und wertete diese zu nutzbaren Daten aus.

Bund fördert den Einbau festeingebauter Lüftungen

Mittlerweile gibt es in einigen Klassenzimmern in und um Legden herum schon solche eingebauten Lüfter. „In Legden, Schöppingen und Reken“, sagt Alfred Mennekes im Gespräch mit der Redaktion. Der Vorteil der Lüfter: Innerhalb von wenigen Minuten sind Corona-Aerosole aus den Klassenzimmern verschwunden, die Luft ist komplett ausgetauscht.

Mit Lüftungsversuchen an der Paulus-van-Husen-Schule in Legden hat Alfred Mennekes die Aufmerksamkeit des Max Planck Institutes auf sich gezogen.
Mit Lüftungsversuchen an der Paulus-van-Husen-Schule in Legden hat Alfred Mennekes die Aufmerksamkeit des Max Planck Institutes auf sich gezogen. © privat © privat

Das sieht mittlerweile wohl auch der Bundesminister für besondere Aufgaben, Helge Braun, so. Er schrieb am 12. Mai bei Twitter: „Achtung Schulträger: Ab sofort fördert das Wirtschaftsministerium den Neueinbau von stationären Frischluft-Klimaanlagen in Kindergärten und Grundschulen zu 80 Prozent! Gut gegen Corona und auch langfristig ist gute Raumluft gut fürs ‚Lernklima‘! To Do: In den Sommerferien einbauen!“

Keine Förderung bei Luftreinigungsgeräten

Die 80-Prozent-Förderung greift bei festeingebauten Lüftungssystemen, „also nicht bei Luftreinigungsgeräten“. Im speziellen Fall der Lüftungsanlagen von Alfred Mennekes würde das bedeuten: „Bei Investitionskosten von etwa 1200 Euro, plus Mehrwertsteuer und eventuell folgenden Verbesserungen, liegen die Kosten bei einer 80-Prozent-Förderung vom Bund bei noch etwa 250 Euro pro Schulklasse“, so Mennekes.

Zusammen ging die Testphase in die zweite Runde. Mit dabei (v.l.): Tobias Ott, Projektleiter für Prof. Seipp TU Gießen, Bürgermeister Dieter Berkemeier, Rojda Polat (TU),  Rektor Knut Kasche, Alfred Mennekes und Paveld Melnik (TU).
Zusammen ging die Testphase in die zweite Runde. Mit dabei (v.l.): Tobias Ott, Projektleiter für Prof. Seipp TU Gießen, Bürgermeister Dieter Berkemeier, Rojda Polat (TU), Rektor Knut Kasche, Alfred Mennekes und Paveld Melnik (TU). © Markus Gehring © Markus Gehring

„Das heißt, das Umweltbundesamt ist vom Lüftungskonzept überzeugt und deshalb wurde die Förderung eingesetzt“, sagt Alfred Mennekes im Gespräch mit der Redaktion. Das läge an den minimalen laufenden Betriebskosten der Lüfter, es gibt keine Wartungskosten und dabei herrscht eine gleichbleibend gute CO2-Reduktion während der Schulstunde.

Überzeugungsarbeit

Aber bis es so weit war, musste der ehemalige Tierarzt noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten. Denn erst habe es vom Ministerium immer geheißen, dass Lüften mit Fenstern vollkommen ausreiche. Aber die von Alfred Mennekes vorgelegten Werte der Lüftungsversuche mit den vom ehemaligen Tierarzt entwickelten Lüftern konnten dann doch überzeugen. „Wir mussten Überzeugungsarbeit leisten durch die belegbaren Messergebnisse der TU Mittelhessen und die Aussagen von Prof. Dr. Dr. Eberhard Bodenschatz vom Max Planck Institut in Göttingen“, so Mennekes.

Durch die Förderung kommen laut Alfred Mennekes auf die Gemeinden nur geringe Kosten für die Lüfter zu. Ob eine nachträgliche Förderung noch möglich ist, das sei noch zu prüfen, denn bei den Einsätzen der Lüfter in und um Legden herum handelte es sich um ein Pilotprojekt.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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