90-jährige Legdenerin wohnt schon seit 25 Jahren im Altenwohnhaus

mlzRüstige Seniorin

Seit 25 Jahren lebt Marianne Kaminski im Altenwohnhaus St. Josef in Legden. Dort war sie 1995 die erste Mieterin im Betreuten Wohnen überhaupt. Ihr Wahlspruch: „Bitte nicht vor 10 Uhr!“

Legden

, 17.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab 10 Uhr hat Marianne Kaminski vormittags Zeit, vorher nur unter Protest. Der Morgen ist ihr heilig: „Ich habe morgens gerne meine Ruhe. Um acht Uhr stehe ich auf, mache mir Frühstück, eine schöne Tasse Kaffee und lese die Zeitung.“ Im besten Fall ist auch noch Zeit für das Kreuzworträtsel, grinst sie.

Die 90-Jährige lebt in einer gemütlichen Wohnung im Altenwohnhaus St. Josef in Legden - und zwar seit 25 Jahren. „Frau Kaminski und ihr Mann waren die ersten Mieter im Betreuten Wohnen, die wir hatten“, berichtet Einrichtungsleiter Wilhelm Winter.

Seniorin ist noch sehr aktiv

Ihr Alter merkt man der aktiven Seniorin nicht an. Mehrmals in der Woche hilft sie im Altenheim beim Kartoffelschälen, packt bei Sammlungen und dem Frühstückskreis mit an. „Wegen Corona fällt der im Moment leider aus“, bedauert sie.

Gelesen habe sie aber auch immer gerne, zuletzt „Die Schriften von Accra“ von Paulo Coelho. Smartphone? Computer? Brauche sie nicht: „Ich kenne mich doch, dann hänge ich nur noch davor.“ Wegen der Kreuzworträtsel: „Dann will ich alles wissen und suche alles.“

Nach Legden kam die gebürtige Gelsenkirchenerin im Jahr 1963. Als ihr Mann krankheitsbedingt nicht mehr als Bergmann arbeiten konnte, kam er bei der Möbelfabrik Roßmöller unter.

„Wir hatten die Wahl: nach Köln in die Ford-Werke oder nach Bielefeld in die Textilfabrik. Er wollte nicht nach Köln, ich hielt nichts von Bielefeld. Bielefeld gibt es ja gar nicht“, lacht sie. Also ging das Paar nach Legden, das Marianne Kaminski bereits 1944 während eines einjährigen Arbeitseinsatzes auf einem Bauernhof in der Gemeinde lieben gelernt hatte.

Urlaub mit den Enkelkindern

Mit dem Start in die Rente dann der Umzug: „1995 wollten mein Mann und ich eine andere Wohnung, weil wir nicht mehr so gut Treppensteigen konnten.“ Mit ihren großen Türen, dem großen Bad und der Anbindung an die Infrastruktur des Altenwohnhauses St. Josef sei die Wohnung ideal gewesen. Auch weil ihr Mann seine letzten Jahre im Rollstuhl gesessen habe.

Große Freude bereitet Marianne Kaminski ihre Familie. „Jedes Jahr mache ich mit meinen Enkelkindern und deren Familien Urlaub.“ Im nächsten Jahr das Ziel: ein Reiterhof in Altenberge, mit Tagesausflügen nach Münster. Zum Beispiel ins Planetarium: „Das habe ich mir gewünscht. Ich habe immer so gerne Sterne geguckt“, erzählt Kaminski.

Im Advent gibt es immer eine gemeinsame Weihnachtsfeier. Nun hofft sie, dass Corona ihr bei den Plänen keinen Strich durch die Rechnung macht.

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