Abartige Neigung kostet 22-Jährigen 4 500 Euro

08.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Legden Abscheulich, widerlich und grausam: Als Polizisten im März vergangenen Jahres den Computer eines 22-jährigen Mannes aus Legden überprüften, stießen sie auf eine Sammlung von Kinderporno-Fotos und -Filmen. Gestern wurde der Angeklagte in der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Münster zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt.

Nach dem Urteilsspruch konnte der junge Mann erleichtert aufatmen. Das Amtsgericht hatte ihn in erster Instanz sogar zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten verurteilt. "Damit hätte er sich nirgendwo mehr bewerben können", sagte der Verteidiger des 22-Jährigen.

"Strafrabatt"

Seinen Strafrabatt verdiente sich der Legdener vor allem durch sein umfassendes Geständnis und seine Bereitschaft, schon seit Monaten eine Therapie zu machen. Dass er pädophile Neigungen hat, hat er inzwischen eingesehen. "Es ist schrecklich, aber wenigstens hält meine Familie zu mir", sagte der Angeklagte. Nächtelang hatte er sich seit Sommer 2005 in diversen Internet-Foren herumgetrieben und dort Fotos und Filme heruntergeladen.

Bestraft wurde der 22-Jährige schließlich wegen des - zumindest kurzzeitigen - Besitzes von sechs Kinderporno-Fotos. Zahlreiche weitere Fotos und Filme konnten aus rechtlichen Gründen nicht in die Bestrafung einfließen, weil darauf keine Erwachsenen, sondern nur Kinder zu sehen waren. "Verstehen Sie unser Urteil als einen Warnschuss", gab die Vorsitzende Richterin Gabriele Böhner dem jungen Mann mit auf den Weg. "Sie müssen Ihr Problem in den Griff bekommen und vor allem Ihre Therapie weitermachen." Der Angeklagte schluckte und nickte: "Seit die Polizei den Computer weggenommen hat, ist die Neigung schon gar nicht mehr so schlimm." Martin von Braunschweig

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