Allgemeine Schützengesellschaft freut sich über alte Schätze

Historische Fotos

Seit vielen Jahren hüten Hermann Terhörst und Karl Fischer das Archiv der Allgemeinen Schützengesellschaft. Dann und wann sind selbst der Präsident und der Alt-Kaiser überrascht, dass offenbar noch nicht alle Schätze gehoben sind. Gerade rechtzeitig vor dem großen Schützenfest vom 17. bis zum 20. Juli sind zwei historische Fotos aufgetaucht, die selbst den beiden Experten noch nicht bekannt waren.

LEGDEN

, 07.07.2015, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bilder stammen aus den Fotoalben der Familie Ewald Elpers. Sie zeigen die ersten beiden Schützenfeste der Legdener Bürgerschützen nach dem Ersten Weltkrieg, die in den Jahren 1924 und 1925 gefeiert wurden.

In den alten Schützenbüchern hallt der Schrecken des Krieges noch nach: "104 Männer gaben ihr Leben für das Vaterland hin. Die letzten Kriegsgefangenen kamen im Jahre 1920 zurück. Unsere Heimat wurde vom Kriege verschont. Der Rückzug unserer Truppen dauerte bis Mitte Dezember 1918. Viele Formationen durchzogen unser Dorf."

Junggesellenfest 1919

Die Junggesellenschützen indes waren früher als die Bürgerschützen in Feierlaune. Sie schossen bereits 1919 wieder auf den Vogel. Fotos gibt es von diesem Schützenfest nicht. Der Schneider FritzRathweg hat aber mit einer ausführlichen Schilderung dafür gesorgt, dass das Fest bildhaft lebendig wird. Der Bericht, den wir hier in Auszügen veröffentlichen zeigt: Manches war anders. Aber manches wird sicher genauso wie 1919 sein, wenn in der kommenden Woche gefeiert wird. Rathweg schrieb vor 96 Jahren:

"Die Schießwut der jungen Leute ließ sich durch dunkle Wolken nicht beeinflussen, und kurz nach 11 Uhr erwarb sich Willi Große Boymann durch einen guten Treffer die Königswürde. Unter dem Voranmarsch der Ahauser Musikkapelle, die zum Preis von 950 Mark die Musik stellte, ging der Zug zum Festlokal. Die gleich hinter Riesewick liegende Strickfabrik, die während des Krieges still gelegt war, war für die Tage aufs herrlichste ausgeschmückt, die Herren Festwirte Josef und Viktor Stegerhoff hatten den Raum in ein Paradies auf Erden umgewandelt."

"Die Liebe und der Suff"

Doch nicht nur der Saal und das am Ende gute Wetter sind nach Rathwegs Schilderung "schuld an der Großzügigkeit des Festes". Rathweg: "Nein, es war das erste Fest nach so langen Kriegsjahren, und alt und jung fühlte das Bedürfnis, die aufreibenden Sorgen der letzten Jahre von sich abzuschütteln.

Sogar in den Nachbarorten hatte man dasselbe Gefühl. Von Ahaus kamen ganze Leiterwagen herangefahren und brachten junge und auch ältere Herren und Damen. Mancher Junggeselle konnten den Schlager der Kapelle ,Die Liebe und der Suff, die reiben den Menschen uff' aus ihrem Gedächtnis nicht wieder los werden."

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