Versuchte Vergewaltigung und falsche Verdächtigung: Legdener (22) im Fokus der Justiz

mlzAmtsgericht Ahaus

Ein Legdener (22) soll wegen eines Vorfalls aus dem Jahr 2018 bei der Polizei gelogen haben. Doch nicht nur deshalb steht er vor Gericht. Auch eine versuchte Vergewaltigung steht im Raum.

Legden

, 28.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Er sei brutal verprügelt und ausraubt worden. Auch sein Handy sei zu Bruch gegangen. Das zumindest gab ein 22-jähriger Legdener gegenüber zwei Polizistinnen in der Notaufnahme des Ahauser Krankenhauses im November 2018 im Anschluss an einen Disput zu Protokoll. Er nennt den Namen des vermeintlichen Übeltäters, eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung wird angefertigt.

Bei den Ermittlungen der Polizei ergeben sich aber Ungereimtheiten. Sie zweifeln stark an den Ausführungen des Legdeners. Da „falsche Verdächtigung“ nach Paragraf 164 in Deutschland ein Straftatbestand ist, folgt die Retourkutsche: Der 22-Jährige landet vor Gericht.

In der Anklageschrift wird ihm vorgeworfen, wider besseren Wissens ein Strafverfahren eingeleitet und vor allem seine eigenen Aggressionen verschwiegen zu haben.

Verfahren eingestellt, weil versuchte Vergewaltigung im Raum steht

Vor dem Amtsgericht wird am Montagmorgen aber schnell klar, dass weder Richter noch Staatsanwaltschaft ein großes Interesse daran haben, der Sache im Detail nachzugehen. Grund: Der Legdener wurde vom Amtsgericht Coesfeld kürzlich wegen versuchter Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Der Berufungsprozess wird in wenigen Wochen vor dem Landgericht Münster verhandelt.

„Im Hinblick auf die zu erwartende Strafe in dem Verfahren des Landgerichts Münster sollten wir das Verfahren hier vorläufig einstellen“, erklärte der Richter. Weil Verteidiger und die Vertreterin der Staatsanwaltschaft zustimmten, kam der 22-Jährige in diesem Fall glimpflich davon.

Lesen Sie jetzt