Angehörige setzen sich bundsweit für geistig Behinderte ein

LEGDEN "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" Artikel 3 des Grundgesetzes hat die neue Bundesarbeitsgemeinschaft der Angehörigenvertretungen in Caritas-Einrichtungen der Behindertenhilfe (BACB) in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Wie sie das Ziel umsetzen will, beschreibt Peter Birkelbach aus Legden.

04.03.2009, 14:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Birkelbach ist Vater einer geistig behinderten Tochter und Kämpfer für die Rechte von Zigtausenden. Zusammen mit anderen ehrenamtlicher Angehörigenvertreter aus ganz Deutschland setzt er sich für die Rechte der geistig und mehrfach behinderten Menschen ein. Nur in einer starken Gemeinschaft, so die Überzeugung des Legdeners, lasse sich etwas bewirken: Denn die Mauern, gegen die der BACB anlaufen müsse, seien nach wie vor massiv. Der Legdener spricht von anhaltenden Benachteiligungen in der Gesellschaft, die geistig Behinderte erlebten, und von einem regelrechten "Bürokratiewahn", der den Weg zur Hilfe - egal, ob Kindergeld oder Grundsicherung - zum Hindernislauf mache.

Das habe sich bereits bei der Vereinsgründung des BACB gezeigt, die sich über fünf Jahre hinzog. "Warum es erst nach so langer Zeit gelungen ist, die Bundesarbeitsgemeinschaft als gemeinnützigen Verein zu gründen, liegt auch daran, dass sich kein Registergericht mit diesem Thema befassen wollte - außer Freiburg", so Birkelbach, der als Vorstandsmitglied für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Was kann der neue Verein auf Bundesebene daran ändern? "Wir wollen uns am Prozess der politischen Meinungsbildung aktiv beteiligen und die Zukunft der Schutzbefohlenen nicht allein den wenigen Politikern überlassen, die für die Betroffenen einstehen", fasst Birkelbach im Namen des BACB-Vorstands zusammen.

Konkret gehe es darum, die Verantwortlichen in den einzelnen Kommunen immer wieder an ihre besondere Verpflichtung für behinderten Bürger zu erinnern und mitzubestimmen, was Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und am Arbeitsleben überhaupt ist. Im nächsten Schritt gelte es, die Hilfeangebote auszugestalten und weiterzuentwickeln.

Warum er sich in dem neuen Gremium engagiert - zusätzlich zu seinen anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten im Bereich der Behindertenhilfe, egal ob in der Angehörigenvertretung von Haus Hall oder in der Landesarbeitsgemeinschaft? Peter Brikelbach zögert keinen Augenblick: "Weil es Spaß macht und etwas bewegt - langsam, aber sicher." sy-

  

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