Die Paulus-van-Husen-Schule in Legden © vom Hofe
Sekundarschule

Anmeldezahlen an Paulus-van-Husen-Schule Legden/Rosendahl sinken auf 40

Ist die Kurve in den vergangenen drei Jahren noch stetig nach oben gegangen, hat die Paulus-van-Husen-Schule bei den Anmeldezahlen für das neue Schuljahr einen Dämpfer erlitten.

Waren es 2020 noch 52 Schüler, die neu auf die Sekundarschule gekommen sind, sind es nun lediglich 40. „Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein“, will Schulleiter Knut Kasche die Zahlen nicht schönreden. Die Gründe für das diesjährige schlechte Abschneiden seien dabei vielfältig.

Nicht nur sei die Anzahl an Schülern, die in diesem Jahr auf die weiterführende Schule kommen, von 195 im vergangenen Jahr auf 175 gesunken. „Dazu hat es uns die Coronapandemie nicht ganz leicht gemacht“, ergänzt Kasche. Besuche in den Grundschulen fielen dabei komplett aus, der Tag der offenen Tür konnte nur digital auf der Schul-Homepage durchgeführt werden.

Vorurteile gegen Sekundarschule

„Das darf aber keine Ausrede sein. Andere Schulen haben schließlich auch mit der Pandemie zu kämpfen“, betont der Schulleiter. Vielmehr sieht er sich beim Anblick der Schulzahlen darin bestätigt, dass die Schulform Sekundarschule zum Teil noch nicht ganz in den Köpfen angekommen sei.

„Bei vielen herrscht womöglich noch das Vorurteil, wir hätten hier eine Hauptschule. Dabei vergeben wir bei Weitem nicht nur Hauptschul-Abschlüsse“, kann Kasche nur mutmaßen. Konkreter wird er darin, dass viele Eltern davon abgeschreckt werden, dass an der Sekundarschule lediglich bis zur zehnten Klasse unterrichtet wird. „Für die Option Oberstufe müsste danach die Schule gewechselt werden. Das ist für manche ein schlagfertiges Argument“, weiß Kasche.

Schwer zu vermittelnde Form

Seiner Meinung nach hätte das relativ neue System der Sekundarschule noch immer mit dem klassischen dreigliedrigen System zu kämpfen. „Solange es noch Einzelsysteme wie Real- und Hauptschulen gibt, ist es für uns schwer zu vermitteln, dass neuere Formen wie unsere Sekundarschule den gleichen Standard bieten“, führt Kasche aus.

Letztendlich könne er Eltern, deren Kind eine Realschul-Empfehlung bekommen hat, verstehen, wenn dieses dann auch auf eine Realschule gehen soll. „Hinzu kommt, dass Kinder mit Teil-Empfehlung für das Gymnasium meist auch erst auf eines geschickt werden“, fügt er hinzu. Der Trend der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass immer wieder Kinder vom Gymnasium letztlich auf die Sekundarschule wechseln. „Leider gibt es keine konkreten Empfehlungen für eine Sekundarschule“, bedauert der Schulleiter.

Persönliche Gespräche vor Ort

„Unsere Arbeit muss mehr in den Fokus gerückt werden. Das gelingt meist nur im persönlichen Gespräch mit Eltern und Schülern vor Ort“, schildert Kasche. Denn dass in der Paulus-van-Husen-Schule gute Arbeit geleistet wird, davon ist er überzeugt.

„Wir sind technisch gut ausgestattet. Unser Digitalunterricht in der Pandemie ist dafür das beste Beispiel“, erklärt Kasche. Er hofft nun darauf, möglichst bald wieder Eltern und Grundschüler zu Schnupper-Veranstaltungen in der Schule begrüßen zu dürfen. Mit zunehmendem Verständnis für das System Sekundarschule sollen dann auch wieder die Anmeldezahlen steigen.

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