Asbeck überprüft wieder die Grenzen

Historischer Schnadegang

So etliche Asbecker schauen in diesen Apriltagen noch sorgenvoll zum Himmel. Trocken soll es sein, damit am kommenden Sonntag der Volksmund Recht hat: "Der Mai lockt ins Freie". Und das besonders, wenn traditionell am 1. Mai zum Schnadegang eingeladen wird.

ASBECK

, 26.04.2016, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits zum 43. Mal organisiert der Heimatverein Asbeck das Volksfest, bei dem einem alten Brauch folgend die Grenzen des Hauses Asbeck und des adligen Damenstiftes abgeschritten werden. "Das geht nur mit einer guten Zusammenarbeit mit sämtlichen Vereinen des Dorfes. Ohne dieses gemeinsame Wirken aller Asbecker und Asbecker Vereine geht quasi nichts im Ort", sagt Marion Hölscher aus dem Vorstand des Heimatvereins.

Angeführt von Reitern, Stiftsdamen und Rittern in historischen Kostümen und begleitet von der Asbecker Musikkapelle, beginnt der Schnadegang morgens um 9 Uhr an der Hunnenporte. Die schwarzen Friesen von Josef Schiermann, die ihre Reiter tragen, werden wieder für gute Fotomotive sorgen.

Rast bei Schiermann

Schiermann stellt in diesem Jahr nicht nur wie gewohnt seine Pferde. Auf seinem schönen Hof am Frettholt 19 findet auch die diesjährige Rast statt. Dort wird Pastor Christian Dieker um 10 Uhr die heilige Messe lesen.

Nach dem "Gelage" werden die Grenzprüfer gegen Mittag wieder in den Ortskern ziehen. Zum Dorffest werden in diesem Jahr auch Gäste aus der polnischen Partnerstadt Reszel erwartet. Marion Hölscher erläutert: "Die Ehre, das Schnadeprotokoll zu unterschreiben - es bestätigt die Richtigkeit der Grenzen der Dorfflur - gebührt daher in diesem Jahr dem Bürgermeister aus Reszel, Marek Janiszewski."

Großes Volksfest zum Abschluss

Im Mittelalter endeten die Schnadegänge mit einem großen Volksfest. So wird es auch in Asbeck sein: Auf dem Küchenhof des ehemaligen Damenstiftes erwartet die Gäste kulinarischer Genuss, vorbereitet von den "Stiftsköchinnen". Das Backhaus wird mit dem Duft frisch gebackenen Burgherrenbrots locken. Das Café, in den Händen der Nachbarschaft Wiesengrund, Kirchenesch, Am Brook und Breul, wird um 11 Uhr öffnen.

Begleitet wird das Fest von einem Konzert der Musikkapelle. Für die kleinen Besucher gibt es Hüpfburg, Glücksrad, Verlosung, Soccer-Cage und Bastel-Aktionen. Und wer nicht gern zu Fuß unterwegs ist, kann mit dem Pengel-Anton fahren und ganz entspannt das Golddorf erkunden.

Museum im Dormitorium ist geöffnet

Die erzielten Einnahmen kommen wie gewohnt dem Dorf zugute. In diesem Jahr wird der Heimatverein unter anderem die Katholische öffentliche Bücherei Asbeck unterstützen, die im Sommer in neue Räume zieht.  Das Museum im Dormitorium, das sich der Geschichte der münsterländischen Damenstifte widmet, hat am Sonntag geöffnet. Im Dormitorium ist auch die Ausstellung des Kunst- und Kulturkreis Buldern zu sehen.

 

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