Die 5-jährige Lea hat mit ihrer Mama Anke Serowy den Hobbyimker Antonius Schulze Beikel in Legden zur Bienentaufe besucht. © Anne Schiebener
Bienenkönigin

Aus der Biene Nummer 7 wird die Redaktions-Bienenkönigin „Biene Hermine“

Die Königin ist das Herzstück eines Bienenstocks. Deswegen sollte auch die Königin von Hobbyimker Schulze Beikel, die unsere Redaktion begleitet, endlich einen Namen statt nur einer Nummer bekommen.

Der Legdener Hobbyimker Antonius Schulze Beikel ist auf der Suche nach der Bienenkönigin. Denn die soll heute im Mittelpunkt stehen. Deswegen ist die 5-jährige Lea Serowy zu Besuch beim Hobbyimker in Legden. Sie hat den Namenswettbewerb der Münsterland Zeitung gewonnen und darf die Redaktions-Bienenkönigin heute taufen.

Der größte Feind der Biene ist nicht der Mensch, sondern Feuer

Antonius Schulze Beikel pustet Rauch in den Bienenstock. „Damit simulieren wir jetzt einen Waldbrand“, erklärt er. Grund: Der größte Feind der Bienen ist das Feuer. Denn die Biene kann ein Feuer nicht stechen. Einen Menschen, Bären oder andere große Tiere hingegen schon.

Sobald der Hobbyimker Rauch in den Bienenstock pustet, reagieren die Bienen und schlagen sich den Bauch voll. „Die Bienen haben Angst, dass der Baum abbrennt, in dem sie gerade wohnen und wollen alles an Futter mitnehmen, was sie können“, erklärt Antonius Schulze Beikel. Wenn sich die Bienen satt gefressen haben, sind sie ruhig. Das kennt Lea von Zuhause. „Wenn du satt bist, dann bist du ruhig und nicht quengelig, oder?“, fragt der Legdener die 5-Jährige. Lea entgegnet ein zustimmendes Grinsen.

Antonius Schulze Beikel zieht die einzelnen Holzrähmchen aus dem Bienenstock heraus, um die Bienenkönigin zu finden.
Antonius Schulze Beikel zieht die einzelnen Holzrähmchen aus dem Bienenstock heraus, um die Bienenkönigin zu finden. © Anne Schiebener © Anne Schiebener

Antonius Schulze Beikel nimmt den Deckel vom Bienenstock runter. Direkt darunter liegt das Futter für die Bienen: Fondant, also Zucker. „Damit die Bienen im Frühjahr schneller durchstarten können.“ Lea mag auch gerne Fondant, wenn Torten damit überzogen sind.

„Die Königin versteckt sich immer gerne“

Dann holt Antonius Schulze Beikel die einzelnen Holzrahmen mit den Bienenwaben aus dem Stock heraus. Er ist auf der Suche nach der Bienenkönigin. Die Holzrähmchen mit Mittelwänden aus Wachs dienen den Bienen zum Bau der Honigwaben. „Die Königin versteckt sich immer gerne“, sagt der Legdener. Dafür gibt es jedoch andere spannende Dinge in den Waben zu entdecken. Zum Beispiel Pollen und Honig. Der Hobbyimker erklärt: „Der Honig ist für die Bienen wie für uns Menschen die Kartoffeln, der Reis und das Butterbrot. Der Pollen ist wie das Schnitzel, das Kotelett und das Eiweiß.“ Also die gute Nahrung.

In einigen Waben ist bereits Brut zu erkennen: Die auf dem Bild ist etwa vier Tage alt.
In einigen Waben ist bereits Brut zu erkennen: Die auf dem Bild ist etwa vier Tage alt. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

„Willst du mal Eier von den Bienen sehen?“, fragt Antonius Schulze Beikel die 5-jährige Lea. „Dann musst du da ganz unten in die Löcher gucken. Die sind ganz, ganz klein.“ Eine Bienenkönigin kann bis zu 2500 Eier am Tag legen. Das entspricht etwa 15 Eiern pro Minute. Dabei wird die Königin nur bei einem Hochzeitsflug von 5 bis 15 Drohnen, so heißen die männlichen Bienen, befruchtet. Dieser Vorrat muss für ihr gesamtes Leben reichen. Eine Bienenkönigin hat eine Lebenserwartung von zwei bis fünf Jahren.

Bienenkönigin wurde vorher mit einer Nummer markiert

Im ersten Bienenstock hat Antonius Schulze Beikel keinen Erfolg bei der Königinnen-Suche. „Das sind aber viele Bienen“, sagt Lea als der Imker den Deckel vom nächsten Bienenstock herunter nimmt. In diesem Stock lebt ein Aufzuchtvolk. „Mein erstes Volk“, sagt Sohn Johann Schulze Beikel stolz. Darin zieht er gerade seine Bienen hoch. „Da siehst du wieder Koteletts in den Zellen“, sagt der Hobbyimker und meint damit den gelben Pollen.

„Das sind aber viele Bienen“, sagt Lea beim Blick in den Bienenstock von Antonius Schulze Beikel. © Anne Schiebener © Anne Schiebener

„Ich hab sie!“, ruft Antonius Schulze Beikel plötzlich als er den nächsten Holzrahmen aus dem Stock zieht. Auch Lea kann die Bienenkönigin direkt im Bienengetummel entdecken. Die Königin ist viel größer als die Drohnen und Arbeiterbienen. Außerdem ist sie mit einem blauen Punkt auf dem Rücken markiert. Bis jetzt hat die Bienenkönigin zwar noch keinen Namen, dafür aber eine Nummer. Nämlich die 7.

Die Bienenkönigin ist deutlich zu erkennen: Sie hat einen blauen Punkt mit der Nummer 7 auf dem Rücken.
Die Bienenkönigin ist deutlich zu erkennen: Sie hat einen blauen Punkt mit der Nummer 7 auf dem Rücken. © Anne Schiebener © Anne Schiebener

Die Bienenköniginnen werden markiert, um sie schneller im Volk wiederzufinden und auch den einzelnen Völkern zuordnen zu können. Denn in jedem der sieben Bienestöcke, die Antonius Schulze Beikel in seinem Garten stehen hat, lebt eine Königin. Zum Markieren wird ein spezielles Gerät benutzt. Die Arbeiterbienen und Drohnen sind zu klein und können einfach durch die Ritzen rausfliegen. Die Bienenkönigin ist aber zu groß und kann zum Markieren darin festgehalten werden.

Mit dem kleinen, gelben Gerät können Bienenköniginnen markiert werden, um sie später leichter wiederzufinden.
Mit dem kleinen, gelben Gerät können Bienenköniginnen markiert werden, um sie später leichter wiederzufinden. © Anne Schiebener © Anne Schiebener

5-jährige Lea benennt Redaktionsbiene nach Plüsch-Biene aus der Kita

Jetzt bekommt die Königin einen richtigen Namen. Lea hat den Namen für die Redaktions-Bienenkönigin vorgeschlagen, der auch den Lesern am besten gefallen hat. „Wir haben in der Kindergarten-Gruppe schon eine Wildbiene und die heißt „Biene Hermine“. Die haben wir von einem Imker bekommen“, erklärt die 5-Jährige und holt die Plüsch-Biene Hermine aus ihrem Bienenstock.

Lea geht in den Prinz Botho Kindergarten in Stadtlohn. Im Kindergarten zieht jedes Jahr ein Tier ein. Im vergangenen Jahr war es die Biene Hermine. Die hat ein Imker mit in den Kindergarten gebracht. Antonius Schulze Beikel schenkt Lea nach der Bienentaufe ein Glas von seinem Honig. Den will Lea mit in ihren Kindergarten nehmen und mit den anderen Kindern aus der Grünen Gruppe teilen.

Auch Johann Schulze Beikel findet den Namen, den die Königin in seinem Volk bekommen hat, gar nicht so schlecht. „Ich mag Harry Potter“, sagt er. Eine der Hauptcharaktere in den Büchern und Filmen heißt ebenfalls Hermine.

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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