Am Stall der Integrativen Reitsportgruppe des SuS Legden gibt es eine Kooperation mit der Gemeinschaft Behinderter und Ihrer Freunde. Hier lernen auch schon die Kleinsten von den Ponys Betty und Rambo. Die siebenjährige Ronja (vorne) führt die Ponys. © Laura Schulz-Gahmen
Kleine Reiter

Besondere Ponys helfen in Legden besonderen Kindern in ihrer Entwicklung

Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen brauchen oft besondere Aufmerksamkeit. Zwei Ponys helfen in Legden Kindern mit besonderen Bedürfnissen bei deren Entwicklung.

Nachdem die Polizei einen Tatverdächtigen hat, der Pony Betty zweimal mit einer Schlinge um den Hals angebunden haben soll, ist das kleine Shetland-Pony jetzt wieder fit. Nun kann es sich wieder den Aufgaben widmen, die es liebt. Betty und ihr Freund Rambo haben nämlich eine besondere Aufgabe.

Nicht alle Kinder sind auf dem gleichen Level, bei manchen sind die Voraussetzungen andere. So auch bei Finn (6) und Leo (7). Die beiden Jungs sind besonders. Genauso wie die zwei Shetland-Ponys Betty und Rambo.

Rambo und Betty besser geeignet für Leo und Finn

Die Gemeinschaft Behinderter und Ihrer Freunde (GBF) kooperieren mit der Integrativen Allgemeinsportgruppe vom SuS Legden. Samstagnachmittags treffen sich die kleinsten Reiter, um mit Betty und Rambo zu arbeiten. Oft reiten sie dann durch den Wald an der Egelborg.

Leo fällt es aufgrund einer Cerebralparese schwer, die Beine weit zu öffnen, deshalb ist es für ihn einfacher auf einem Shetland-Pony zu reiten, als auf den anderen Pferden der Integrativen Reitsportgruppe. Eine Cerebralparese ist bedingt durch eine frühkindliche Hirnschädigung und führt zu Aktivitätseinschränkungen.

Andere Art von Therapie

Der kleine Finn reitet meistens auf Rambo, während Leo auf Betty Platz nimmt. Durch den Umgang mit den Tieren werden die Jungs selbstbewusster. Bei Leo hilft die Bewegung mit dem Pferd aber auch bei seiner Erkrankung.

Er hat vor allem Probleme mit der Hüfte. Der Siebenjährige hatte sogar schon eine Hüft-Operation, das Sitzen auf Betty unterstützt die Beweglichkeit der Hüfte. Michael Zukunft ist der Vater von Leo und sagt: „Das ist eine andere Art von Therapie als er sonst macht.“

Reiten beruhigt Finn

Auch Finn profitiert vom Umgang mit den Ponys. Der Sechsjährige hat wahrscheinlich eine Art des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (ADS), ärztlich bestätigt wurde das aber, laut Finns Mutter Tanja Kubierske, noch nicht. Sie sagt im Gespräch: „Er hat generell viel Freude am Reiten, er braucht vor allem sprachliche Unterstützung, das Reiten beruhigt ihn sehr.“

Rike Schenk ist Übungsleiterin im Verein und sagt: „Shettys lassen sich so schnell nicht stressen, deswegen funktioniert das auch so gut mit den Kleinen.“

Betty und Rambo bleiben gelassen

Das kann man bei Rambo und Betty gut beobachten. Finn hilft nämlich auch gerne mit, deshalb ist er auch nach dem Reiten gerne bei Rambo. Der nimmt es gelassen, dass der sechsjährige immer um ihn herumrennt.

Leo muss aufgrund seiner Cerebralparese zu Beginn erst weit hinten sitzen, je länger er auf der weißen Stute sitzt, desto mehr kann er nach vorne rutschen. Auch das kennt Betty schon.

Besonders spannend wird es für alle, wenn Rambo Polizeipony spielt. Dann bekommt er ein Blaulicht aufgesetzt und alle spielen Verbrecherjagd. Das geht bestimmt nicht mit allen Pferden.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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