Bienenkästen im Dahliengarten

Gerda Bogenstahl

Irgendwann saß da ein entflohener Bienenschwarm in einer dicken Traube im Baum. Für Gerda Bogenstahl war das so etwas wie ein Zeichen. „Ich hab nicht die Bienen gesucht, die Bienen haben mich gesucht“, sagt sie. Inzwischen kann sie sich Jungimkerin nennen und hat zwei Bienenvölker, die am Rande des Dahliengartens leben.

LEGDEN

von Ronny von Wangenheim

, 11.08.2017, 18:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bienenkästen im Dahliengarten

Gerda Bogenstahl kümmert sich am Rande des Dahliengartens um ihre beiden Bienenvölker.

Direkt neben dem Eingang zur Kirchstraße hat die Legdenerin die beiden Bienenkästen aufgestellt und bewusst Holz als ansprechendes Material gewählt. „Beuten“ heißen die in der Fachsprache. So mancher Besucher kann Gerda Bogenstahl dort sehen, wie sie in Imkerhaube, mit Smoker, Abkehrbesen und Wabenheber hantiert. Direkt daneben blühen üppig Wildblumen in vielen Farben und auch Brennnesseln dürfen hier stehen bleiben. Alles dient als Nahrung für die Bienen und andere Insekten.

Ort bewusst gewählt

Ganz bewusst hat Gerda Bogenstahl den Ort gewählt. Das Gartenstück gehört der Kirchengemeinde, die der Nutzung zustimmte. „Pfarrer Heinekamp war sofort sehr aufgeschlossen.“ Bei Führungen des Dahliengartenteams, zu dem sie auch gehört, erzählen sie jetzt auch etwas über die Bienen und ihre Bedeutung: „Wir können das Thema Bienen der Bevölkerung näherbringen. Viele verwechseln sie mit Wespen, halten sie für gefährlich.“ Das sind sie nicht, auch wenn die Imkerin erst die Haube anzieht und beruhigenden Rauch in die Kästen bläst, bevor sie die einzelnen Zargen abnimmt und eine Wabe herauszieht. „Es ist doch schön, wenn man sieht, wie sie hier fliegen“, sagt sie. Von vielen Spaziergängern bekommt sie positive Resonanz und beantwortet gerne Fragen.

Auch wenn Gerda Bogenstahl den Anfängerkurs des Imkervereins Gescher erfolgreich absolviert hat und weiter viele Vorträge des Kreisimkerverbandes besucht – sie weiß, dass sie noch am Anfang ist. „Bis ich ein richtiger Imker bin, wird das noch dauern. Vor allem fehlt mir Erfahrung.“ Umso größer ist ihre Begeisterung für das Hobby. „Sie sind so diszipliniert, die Bienen.“ Wie sich in einem Volk von 40 000 Bienen von der Königin über die Honigbienen, die Putzbienen, Wächterinnen oder Stockbienen alle ihren genauen Aufgaben stellen – das findet sie faszinierend.

Mitglied im Imkerverein

Imkerei ist ein komplexes Thema“, betont sie. Über eineinhalb Jahre hat sie den Anfängerkurs besucht, hat erst Theorie gelernt und dann praktisch gearbeitet. Auch ein Bienenvolk hat sie dort erhalten – das zweite neben dem ihr zugeflogenen. Das hat sie damals mitsamt Ast vom Baum geschnitten und in eine Beute umgesiedelt – es war der Startschuss für ihr Hobby.

Inzwischen ist sie auch Mitglied im Legdener Imkerverein. Dessen Vorsitzender Reinhold Eynck hat ihr seine Schleuder zur Verfügung gestellt und stand ihr zur Seite, als sie das erste Mal schleuderte. „Es war ein toller Moment“, sagt sie, „schön malzig und braun kam der Honig raus. Er war total lecker.“

30 Kilo Honig hat sie geerntet. Noch ist er nicht fertig. Regelmäßig rührt sie immer wieder durch, damit er die richtige cremige Konsistenz bekommt. 30 Kilo Honig, das ist noch nicht so viel“, sagt sie. Im kommenden Winter wird sie sich noch stärker mit der Gewinnung von Honig und anderen Produkten beschäftigen. Als Nächstes wird sie jetzt erst mal ein Bienenvolk teilen. Ein Teil wird mit der Königin umgesetzt. Im alten Bienenstock wird das Restvolk in wenigen Tagen eine neue Königin heranzüchten. Es wird noch viel passieren, das steht fest.

Unterstützung und Tipps

Unterstützung und Tipps bekommt sie im Bedarfsfall beim Legdener Imkerverein. Der zählt 14 Mitglieder, darunter erfreulich viele Frauen. „Früher hatte ein Imkerverein den Ruf ein Älterer-Herren-Club zu sein“, sagt Gerda Bogenstahl und lacht. In ihrem Grundkurs mit zehn Teilnehmern waren immerhin vier Frauen. „Das Bewusstsein der Menschen, dass Bienen wichtig sind, steigt“, sagt sie. Die Erkenntnis wächst, dass der Spruch stimmt „Wenn die Bienen sterben, dann stirbt auch der Mensch“.

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