Kirche Legden

Bischof aus Nord-Ghana besucht Jugendfreund Suom Dery in Legden

Sie kennen sich bereits von Kindesbeinen an: Bischof Richard Baawobr aus Nord-Ghana hat seinen Freund Dr. Eugene Suom Dery in Legden besucht. Gemeinsam ließen die Zwei Erinnerungen aufleben.
Freunde seit Kindertagen: Bischof Richard Baawobr aus der Partnerdiözese Wa im Norden Ghanas und Pastor Dr. Eugene Suom Dery, der in Legden lebt und Dienst tut.
Freunde seit Kindertagen: Bischof Richard Baawobr aus der Partnerdiözese Wa im Norden Ghanas und Pastor Dr. Eugene Suom Dery, der in Legden lebt und Dienst tut. © Bischöfliche Pressestelle

Auch wenn knapp 5000 Kilometer Luftlinie zwischen ihnen liegen, Dr. Eugene Suom Dery und Bischof Richard Baawobr sehen sich regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, so die Pressestelle des Bistums Münster in einer Pressemitteilung. Wenn der fröhliche Pastor aus Legden zu Besuch bei seiner Familie in Ghana ist, schaut er selbstverständlich immer auch bei seinem Jugendfreund vorbei, übernachtet meistens sogar im Bischofshaus.

Beide sind im selben Dorf aufgewachsen, waren in der Grundschule in einer Klasse. Anlässlich des im Oktober stattfindenden Weltmissionsmonats des katholischen Hilfswerks „missio“ ist Baawobr aus der Partnerdiözese Wa im Norden Ghanas im Bistum Münster zu Gast. Der diesjährige Weltmissionsmonat hat als zentrales Thema den interreligiösen Dialog zwischen Christen und Muslimen. Bischof Richard gilt als Experte auf diesem Gebiet.

Gute Freunde aus Kindertagen

Trotz des eng gestrickten Programms – ein privates Treffen in Legden ist für die alten Freunde ein Muss. Beim Kaffeetrinken im Pfarrhaus von St. Brigida erzählen sie von früher – und was sie seit Jahrzehnten verbindet: „Richard ist für mich wie ein Bruder“, sagt Suom Dery mit glänzenden Augen. Die 1500 Einwohner in ihrem Heimatdorf Tom sind alle eine große Familie. „Wir teilen Freud und Leid“, betont der Legdener Pastor – und ist darauf hörbar stolz.

Suom Dery und Baawobr haben im Juli beide ihren 62. Geburtstag gefeiert. Nur wenige Tage nacheinander. Teile ihrer Familien leben bis heute von der Landwirtschaft.

Wege gabeln sich und führen wieder zusammen

In ihrer Kindheit waren sie unzertrennlich. Erst als sie auf die weiterführenden Schulen gingen, gabelten sich die Wege. Aber auch nicht so ganz: „Wir haben als Jugendliche zusammen Bier getrunken und getanzt“, fügt der Bischof mit einem lockeren Lachen an. Und dann haben sie unabhängig voneinander Theologie studiert und sind Priester geworden.

Beide sprechen sehr gut Deutsch. Suom Dery hat in Münster studiert, 2000 in der Domstadt promoviert. Der Bischof war mehrere Male in München, hat dort und beim Goethe-Institut Sprachkurse belegt. Wer Exegese betreibt, also die Bibel erforscht und deren Texte auslegt, braucht zum Lesen der theologischen Literatur Deutsch-Kenntnisse.

Muttersprache Dagaare

Wenn sie unter sich sind, sprechen die Freunde jedoch kein Deutsch miteinander. Und auch kein Englisch: „Meistens unterhalten wir uns auf Dagaare, unserer Heimatsprache.“ Früher haben sie alle paar Monate voneinander gehört oder gelesen. Heute sind sie ständig in Kontakt. Dank der modernen Kommunikationsmöglichkeiten. „Wir schreiben uns Mails oder kurze Whatsapp-Nachrichten“, verrät Bischof Richard. Die Freunde wissen so immer, was den anderen gerade beschäftigt und bewegt.

Nur privat ist der Bischof dann aber doch nicht in Legden. Nach dem gemütlichen Abend mit seinem Freund und einem freien Vormittag im Dahliendorf steht nachmittags eine Begegnung mit Vertretern der Pfarrei auf dem Plan. Am Abend feiern die Freunde einen Gottesdienst in der Pfarrkirche. Am Dienstag geht es für Bischof Baawobr zurück nach Ghana. Im nächsten Sommer sehen sie sich wahrscheinlich wieder, wenn Suom Dery auf Heimatbesuch ist.

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