Brandschutz im Kabeltunnel in Legden: Gemeinde und Kreis wollen nicht zuständig sein

mlzAmprion Höchstspannungsleitung

In einem begehbaren Tunnel möchte Amprion eine Höchstspannungsleitung in Legden verlegen. Gemeinde und Kreis sehen sich nicht in der Lage, für den Brandschutz Verantwortung zu übernehmen.

Legden

, 02.07.2019 / Lesedauer: 2 min

Der Kreis Borken und die Gemeinde Legden wollen und können keine Zuständigkeit für den Brandschutz im geplanten Tunnel für die 380kV-Höchstspannungsleitung übernehmen. Das sagt Dr. Elisabeth Schwenzow vom Verwaltungsvorstand des Kreises Borken am Dienstag im Gespräch mit der Redaktion.

Das Unternehmen Amprion plant demnach, dass bei einem Notfall im Tunnel der Kreis den Rettungsdienst stellen soll und die Freiwillige Feuerwehr Legden für die Brandbekämpfung zuständig wäre. „Das können wir nicht leisten“, stellt Elisabeth Schwenzow klar.

Amprion-Kabeltunnel wäre zu lang für Atemschutzgeräte

Das größte Problem sei der Langzeitatemschutz. Der Tunnel soll rund zwei Kilometer lang werden und einen Durchmesser von 3,60 Metern haben. „Die Feuerwehr ist mit 20-Minuten-Atemschutzgeräten ausgestattet und trainiert auch damit“, erklärt Elisabeth Schwenzow. Für längere Einsätze, die bei einem Brandfall im Tunnel nötig wären, gebe es weder die Ausstattung noch die richtige Schulung.

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Ein weiterer Kritikpunkt in der gemeinsamen Stellungnahme des Kreises und der Gemeinde ist der Ausgang aus dem Tunnel. „Wir müssten Verletzte über eine Treppe zehn Meter nach oben befördern. Das ist nicht zu schaffen“, so Schwenzow. Auch während der Bauphase könnte es zu Problemen kommen. Da dort eventuell mit Überdruck gearbeitet wird, müssten die Einsatzkräfte für diese Situation speziell geschult werden. Auch das sei nicht so ohne weiteres umsetzbar.

Brandschutz am Donnerstag Thema beim Erörterungstermin

„Aufgrund dieser Probleme können wir keine Zuständigkeit für den Brandschutz übernehmen“, fasst Elisabeth Schwenzow zusammen. Am Mittwoch und Donnerstag findet ein nicht-öffentlicher Erörterungstermin statt, bei dem über alle eingegangenen Einwendungen beraten wird. Das Thema Brandschutz steht am Donnerstag auf dem Plan.

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